Full Eclipse (USA 1993)

full-eclipseDer Werwolf hat in der Filmgeschichte einen festen Stand. Er steht für archaische Wildheit und das Tier im Menschen, das ihn im Zyklus des Vollmondes zur reißenden Bestie werden lässt. Sein Status ist klassisch, wenn auch nicht so legendär wie der der Universal-Kollegen Dracula und Frankenstein. Eine gelungene Variierung des Mythos offeriert der flotte B-Film „Full Eclipse“, den „Waxwork“-Regisseur Anthony Hickox im Auftrag des TV-Senders HBO inszenierte.

Der Sohn von Grusel-Legende Douglas Hickox („Theater des Grauens“) legt vom Start weg ein ordentliches Tempo vor und lässt die Polizisten Max Dire (Mario Van Peebles, „New Jack City“) und Jim Sheldon (Anthony John Denison, „Men of War“) in Anlehnung an die stilisierten Zeitlupen-Shoot Outs des Hongkong-Kinos mit einer Bande Geiselgangster aufräumen. Die blutige Perforierung der Gegnerschaft erledigt allerdings Max, wird der Partner doch mit einer Salve aus der Maschinenpistole vorzeitig selbst durchlöchert.

Im Krankenhaus, zwischen Leben und Tod schwebend, verabreicht ein Unbekannter Jim eine ominöse Substanz, die ihn bereits tags darauf putzmunter zur Tat schreiten lässt. Das bedeutet natürlich die nächste verlustreiche Ballerei, bei der der unerwartet Genesene nicht nur wie selbstverständlich über Autodächer springt, sondern auch diverse Schussverletzungen und eine Explosion schadlos übersteht. Das wirft Fragen auf, die nicht bequemer werden, als er sich mit einer Silberkugel selbst richtet.

Max, der neben dem Freitod des Gefährten auch die Zerrüttung seiner Ehe verkraften muss, zieht es bald in den Dunstkreis einer Spezialeinheit, die unter Leitung des dubiosen Adam Garou (Bruce Payne, „Passagier 57“) die Unterwelt aufmischt. Der Clou ist ein von ihm entwickeltes Serum, das die vigilanten Cops mit übernatürlichen Kräften und Reißzähnen ausstattet. Anfangs ist Max mit von der Partie. Doch je tiefer er in der Vergangenheit Garous gräbt, desto größer werden seine Zweifel.

Die ansehnlich inszenierte und überraschend blutrünstige TV-Produktion macht im Rahmen ihrer Möglichkeiten Laune. Actionszenen sind zahlreich und mit einigem Geschick umgesetzt. Als Blickfang darf Patsy Kensit („Lethal Weapon 2“) dienen, die Max als Kurzzeitliebchen Casey zur Seite steht. Sinnig wird der flache Plot nicht aufgelöst, was wohl nur diejenigen stören mag, die „Full Eclipse“ in Erwartung eines Bündels ausgemachter Innovationen rezipiert. Mehr für die Action- denn Horrorgemeinde geeignet, als rasantes Augenfutter aber Zeitvertreib mit willkommener Kurzweil.

Wertung: (6 / 10)

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