Frozen – Etwas hat überlebt (USA/CAN 2009)

frozen-kilmer„What does it mean to make a real difference?“ – David

Dass sich der Klimawandel selbst bei radikaler Abkehr von gewohnten Lebens- und Konsumstandards bestenfalls noch abmildern lässt, gilt unter Experten längst als Konsens. Die Vorreiterfunktion der Industriestaaten ist unumstritten. Doch hat sich noch immer kein allgemeines Bewusstsein entwickelt, das dem drohenden Kollaps vernunftorientiert begegnen würde. Als Indikator für die sich zuspitzende globale Katastrophe gilt die Schmelze des Polareises, mehr noch des Permafrostbodens, in dem laut Schätzungen rund eine Billion Tonnen Kohlenstoff gespeichert sind.

Dem zeitgemäßen Horrorfilm bringen solch abstrakte Prognosen und Wenn-Dann-Modelle wenig. Die Vorboten der Apokalypse müssen sich drastisch und nach einem dramaturgisch beständigen Regelwerk entfalten. In Mark A. Lewis’ („Ill Fated“) solidem Öko-Thriller „Frozen“ fördert die arktische Schmelze einen tödlichen prähistorischen Parasiten zutage. Entdeckt wird dieser, konserviert im Körper eines Mammuts, von David Kruipen (Val Kilmer, „Kiss Kiss Bang Bang“), einem bekannten Umweltaktivisten mit terroristischer Neigung.

Nach den ersten Todesfällen versucht er die Ankunft seiner Tochter Evelyn (Martha MacIsaac, „Last House on the Left“) zu verhindern. Doch trifft die ungeachtet des väterlichen Gebots mit drei Studenten (u.a. Aaron Ashmore, „Smallville“) in der arktischen Forschungsstation ein. Die anschließende Ausbreitung der tödlichen Gefahr verläuft nach bekannten Mustern. Nicht unspannend, aber doch ziemlich einfallslos wird die Brut urzeitlicher Insekten zur Gefahr für die gesamte Menschheit. Nur welchen Preis sind die infizierten bereit zu zahlen, um den Übergriff des Schädlings auf die zivilisierte Welt zu verhindern?

Fraglich bleibt, warum die Ausmerzung der parasitären Krabbeltiere mit Feuer erst bei fortschreitendem Befall in Betracht gezogen wird. Hat „Das Ding aus einer anderen Welt“ die Filmwelt denn nichts gelehrt? Atmosphärisch versucht Regisseur und Co-Autor Lewis an Carpenters Klassiker anzuknüpfen. Doch steht sein Werk eher in der belanglosen Tradition moderner Genreparanoia wie „Ruinen“. Ein paar gut platzierte Schocks und bemühte Darsteller (Kilmers Figur ist noch für eine kleine Überraschung gut) können den Eindruck nicht entkräften, dass diese recht gewöhnliche und in ihrer Botschaft simple Schreckensvision im Videothekenregal weit besser aufgehoben ist als auf großer Leinwand.

Wertung: (5 / 10)

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