Emscherkurve 77 – Dat soll Punkrock sein?! (2011, Sunny Bastards/Broken Silence)

emscherkurve-77-dat-soll-punkrock-seinDie Menschen im Pott sind ehrlich, hier wird kein Blatt vor den Mund genommen. Das mag für manche etwas rau wirken, aber sie wollen einem ja gar nix böses. So auch die Jungs von EMSCHERKURVE 77, die wie all ihre (Punkrock-)Kollegen der Region auf den Fußball-Verein ihrer Heimat stehen. Wo sonst wird Rivalität so groß geschrieben wie im Pott? Wofür ihr Herz schlägt, zeigt der Song „Rot Weiss Oberhausen“ deutlich. Doch das weiß man eigentlich schon seit Jahren. Was man aber noch nicht wusste, das Quintett ist auf einem Album auch mal für mehr als nur zwei, drei gute Hymnen zu haben.

Und natürlich geht es auf „Dat soll Punkrock sein?!“ nicht primär um Fußball. Es geht – wie der Name es schon sagt – um Punkrock und das, was man damit verbindet. Nicht Äußerlichkeiten zählen, sondern die Einstellung. Genau da schlägt ihr Herz am rechten Fleck. Sie sind ehrlich und unbekümmert, immer geradeaus. Im Titeltrack untermauern sie dies, genauso wie bei der Hymne „Wir ham den Punk verstanden“. Überhaupt muss der Begriff Hymne fallen. Musikalisch sind EMSCHERKURVE 77 aus einem eher einfachen Holz geschnitzt, aber mächtig Laune kann die ganze Chose bisweilen natürlich trotzdem – oder erst recht – machen. Vor allem mit biergetränkten Stimmungsmachern wie „Hier bei uns“ oder „Zeit bleibt stehen“. Da sitzen die Melodien locker im Sattel und die mehrstimmigen Refrains treffen ins Schwarze.

Zwischendurch ein bisschen Lokalpatriotismus („A40“), ein wenig Unsinn („Sarrazin vs. Guttenberg“) oder eine ehrlich gemeinte Verneigung vor einem der größten Grimassenschneider überhaupt („Louis De Funes”). Wer bislang kein Fan der Truppe war, wird es vielleicht auch künftig nicht mehr, wer aber auf deutschsprachigen Punkrock von der Straße steht, der kommt an „Dat soll Punkrock sein?!” kaum vorbei. Besser waren sie bislang noch nie.

Wertung: 7 out of 10 stars (7 / 10)

 

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