Lovers Lane – Straße des Grauens (USA 1999)

lovers-laneEs ist schon ein Kropf mit dem Slasher. Da sorgen „Scream“ und „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ für veritables Einspiel und schon schießen die Epigonen wie Pilze aus dem Boden. Das Cover von „Lovers Lane“ geht dabei so weit, in leichter Verfremdung eine weiße Maske sowie einen Killer mit Haken zu zeigen. Ist gut fürs Marketing, auch wenn es mit dem eigentlichen Film nicht viel bis gar nichts zu tun hat. Das wäre leicht zu verzeihen, wenn der Streifen das 1×1 des Genres in sauberer Inszenierung wenigstens unterhaltsam vorführen würde.

Tut er aber nicht, weshalb die alte Fummelwiese im Umland einer typischen US-Kleinstadt im rückblickenden Prolog zum Schauplatz schauerlich langweiliger Morde wird. Unter den Opfern ist auch die (vermeintlich) untreue Gattin des späteren Sheriffs Tom Anderson (Matt Riedy), der das gemeinsame Töchterchen Mandy (Erin J. Dean) fortan allein zum mündigen Teenager aufziehen muss. Der (mutmaßliche) Killer mit der Hakenhand landet in der Klapse, wo er sich über Jahre ausschweigt und pünktlich zum Valentinstag flüchtet. Ob es ihn wohl in die Provinz verschlägt?

Mandy und ihre stereotypen Freunde – darunter Anna Faris, die solch doofe und andere Slasher ein Jahr später mit „Scary Movie“ veralbern sollte – scheinen als Opfer jedenfalls wie geschaffen. Dass der wahre Killer von einst doch irgendwie ein anderer sein muss, dünkt früh. Den Weg zur drögen Auflösung bestreiten der Sheriff und die Witwe des ehedem vermeintlichen Geliebten seiner Frau. In der Zwischenzeit aber kommt an der Lovers Lane wieder der Haken zum Einsatz, wo Mandy und ihre Clique entgegen der väterlichen Anweisung die Ausschweifung proben.

Jon Steven Wards Film ist nicht nur schrecklich belanglos, sondern vor allem stinklangweilig. In der Hauptsache dürfen die juvenilen Schauspielaspiranten den Alltag ihrer Figuren vorführen, was nicht allein aufgrund der vielen Klischees physische Schmerzen bereitet. Das wäre eben noch verzeihlich, wenn wenigstens der Killer sein Handwerk verstehen würde. Also der richtige, nicht der aus der Klapse geflohene, der nur noch für einen schalen Schlussgag gut scheint. Machen wir es also kurz: „Lovers Lane“ ist ereignisarm, blutleer und vor allem erschreckend billig gemacht. Ein Slasher zum abgewöhnen.

Wertung: 2 out of 10 stars (2 / 10)

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