Die glorreichen Sieben (USA 2016)

die-glorreichen-sieben-2016In Rose Creek hat Bartholomew Bogue (Peter Sarsgaard, „Jarhead“) das Sagen. Der eiskalte Geschäftsmann geht für die Steigerung von Macht und Profit über Leichen. Er gehört zu der Sorte Mensch, die sich Land und Leute Untertan machen. Es liegt in seiner Natur. Dabei stimmt er das hohe Lied von Kapitalismus und Fortschritt an. Wer dieser Entwicklung im Wege steht, muss sterben. Gestoppt werden kann ein Mann wie er nicht mit Worten, sondern nur mit (Gegen-)Gewalt. Da kommen sieben käufliche Streiter ins Spiel, die den geknechteten, enteigneten und vertriebenen Farmern beistehen sollen.

Ihr Anführer, Kopfgeldjäger Sam Chisolm (Denzel Washington), wird von der jungen Witwe Emma Cullen (Haley Bennett, „Hardcore“), deren Mann (Matt Bomer, „White Collar“) von Bogue erschossen wurde, und Begleiter Teddy (Luke Grimes, „Fifty Shades of Grey“) angeheuert. Natürlich hat er eine Rechnung mit Bogue zu begleichen. Persönliches Hühnchengerupfe gehört einfach dazu. Sechs weitere Kämpfer schließen sich ihm im Verlauf des obligatorischen Rekrutierungskapitels an. Der Grundstein ist damit gelegt, „Die glorreichen Sieben“ reiten wieder. Mehr als 40 Jahre nach der dritten Fortsetzung („Der Todesritt der glorreichen Sieben“, 1972) des legendären, auf Akira Kurosawas Meilenstein „Die sieben Samurai“ (1954) basierenden Western-Klassikers von 1960, nimmt sich Regisseur Antoine Fuqua des Stoffes an. Nach „Training Day“ und „The Equalizer“ ist es bereits seine dritte Zusammenarbeit mit dem immer sehenswerten Denzel Washington.

Die sieben Söldner sind jedoch nur dem Titel nach glorreich. Ambivalenter, zerrütteter und obendrein multikultureller gab sich das Heldengespann nie. Komplettiert wird es durch Glücksspieler Josh Faraday (gewohnt spaßig: Chris Pratt, „Guardians of the Galaxy“), den traumatisierten Scharfschützen Goodnight Robicheaux (wirkte ebenfalls in „Training Day“ mit: Ethan Hawke), dessen Messer werfenden Kompagnon Billy Rocks (Byung-hun Lee, „The Good, the Bad, the Weird“), den kantigen Bergbewohner Jack Horne (Vincent D’Onofrio, „Jurassic World“), Desperado Vasquez (Manuel Garcia-Rulfo, „Cake“) und den versprengten Indianer Red Harvest (Martin Sensmeier, „Lilin’s Brood“). Gemeinsam schießen sie Bogues in der Kleinstadt verbliebenes Gefolge nieder und rüsten sich mit den Bürgern für das entscheidende Gefecht mit einer gegnerischen Hundertschaft.

Der Showdown kommt gewaltig, mit Dynamit und Maschinengewehr. Dass Antoine Fuqua Leinwand-Action wuchtig zelebriert, beweist er seit seinem Kinodebüt „The Replacement Killers“ (1998) fortwährend. So auch hier. Trotz des weitgehenden Verzichts auf Kunstblut wird bevorzugt dreckig gestorben. So ganz lassen kann – und will – er von den etablierten Genre-Klischees aber nicht. Daher töten die Guten mit einem Schuss, während die Bösen oftmals kein Scheunentor treffen. Auch das ist Teil des Mythos. Trotz vertrauter Elemente funktioniert das gelungene Reboot auf verschiedenen Ebenen. Die Hauptfiguren, deren Ab- und Überleben manche Überraschung bereithält, sind durchaus plastisch geraten und transportieren die kritischen Anklänge mit Überzeugung. Dazu gibt es beeindruckende Breitwandbilder und eine Ausstattung, die von Aufwand und Detailfreude kündet. Für Western-Fans eine sichere Bank.

Wertung: (7 / 10)

scroll to top