Der Todesritt der glorreichen Sieben (USA 1972)

der-todesritt-der-glorreichen-sieben„Seven’s always been my lucky number.“ – Vom Glück verfolgt: Chris

Eine Fortsetzung geht immer noch. Nur will die Rechnung irgendwann einfach nicht mehr aufgehen. „Der Todesritt der glorreichen Sieben“ ging als drittes und letztes Sequel des klassischen Originals an den Start. Dass es sich streng genommen um den Aufguss vom Aufguss vom Aufguss handelt, bleibt dem von George McCowan („Frogs“) gefertigten Film durchweg anzumerken. Die Hauptrolle markiert mit Lee Van Cleef („Für ein paar Dollar mehr“) ein etablierter Star des Italo-Westerns, an dessen ruppigen Stil die Inszenierung durchaus angelehnt ist. Nur hilft es wenig, denn über Mittelmaß reicht der immerhin wieder vom klassischen Score Elmer Bernsteins untermalte Streifen zu keiner Zeit hinaus.

Glorreich ist hier längst nichts mehr. Das gilt auch für den einst so honoren Revolvermann Chris. Der tötet diesmal zunehmend kaltblütig, aus Rache. Ob die Opfer bewaffnet sind oder nicht, stört dabei kaum. Diese Ambivalenz ist deutlich. Der Rest aber überzeugt bestenfalls am Rande. Auf B-Niveau, in Studiokulissen, in TV-Manier entfaltet sich eine denkbar dünne Geschichte. Chris hat es zum prinzipientreuen Marshall einer kleinen Stadt im US-mexikanischen Grenzgebiet gebracht. Die ihm frisch angetraute Arrila (Mariette Hartley, „Marnie“) setzt sich für den jungen Dieb Shelly (Darrell Larson) ein, den Chris entgegen seiner Natur tatsächlich laufen lässt. Der dankt es mit einem Banküberfall und der Entführung seiner Gattin. Die findet der angeschossene Verfolger, der von Schreiber Noah (Michael Callan, „Cat Ballou“) begleitet wird, vergewaltigt und ermordet in der Einöde.

Shellys Komplizen, obendrein seine Brüder (einer davon ist der junge Gary Busey, „Lethal Weapon“), sind bald gefunden und ausgemerzt. Die Spur des verbliebenen Flüchtigen führt nach Mexiko, wo Chris’ Gefährte MacKay (Ralph Waite, „Die Waltons“) auf verlorenem Posten versucht, ein Grenzkaff gegen Bandit De Toro (Stuntman Ron Stein, „Scarface“) zu verteidigen. Chris lehnt die Bitte um Unterstützung wiederholt ab, greift letztlich aber doch in den Kampf ein, als sich Shelly den Outlaws anschließt. Nur sind die Männer des kleinen Kaffs bis dahin bereits alle tot. Übrig bleiben die geschändeten Frauen (darunter Stefanie Powers, „Hart aber herzlich“), denen Chris und Noah mit Hilfe von fünf Sträflingen – u.a. gespielt von Ed Lauter („Nevada Pass“), William Lucking („Doc Savage“) und Luke Askew („Das Engelsgesicht“) – beistehen, die durch Aussicht auf Begnadigung in den ungleichen Kampf ziehen.

Die schwächste Fortsetzung des unsterblichen Klassikers hat neben der routinierten Präsenz Lee van Cleefs kaum Zählbares zu bieten. Selbst Chris’ Rachepläne werden dadurch ausgehebelt, dass Kumpan MacKay den gesuchten Shelly vor seinem Tode niedergeschossen hat. Also bleibt der Schutz der vergewaltigten Frauen, durch die das Thema in den exploitativ prägenden 70ern angekommen war. Nach zäher erster Hälfte erfährt der Plot mit der Vorbereitung auf den finalen Angriff der Banditen späten Auftrieb. Das Ausheben von Schützengräben und die Installierung von Stacheldraht und Sprengfallen hält bei der Stange, führt durch den Mangel eines prägnanten (oder präsenten) Schurken aber ins Nichts. Der Feind spielt bis zum Showdown schlicht keine Rolle. Dass MGM danach von weiteren Fortsetzungen absah, darf als weise Entscheidung erachtet werden.

Wertung: (4 / 10)

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