Der Pakt – The Covenant (USA 2006)

der-pakt-the-covenantDas amerikanische Kino ist eine magische Welt. Hier tummeln sich abseits unreiner Haut und Fettleibigkeit gut gebaute Schönlinge mit Zahnpastareklamegrinsen. Bloß nicht die Realität widerspiegeln. Es könnte manch einem Film den Schein rauben. „Der Pakt“ ist eine solche Produktion, die der Ästhetik von Boy Groups und sterilen High School-Stereotypen den Vorzug vor glaubhaften Charakteren gewährt. Nicht, dass solche ihren Platz in einer Geschichte um Jünglinge mit Zauberkraft ohne Reibung beanspruchen könnten. Aber es wäre zumindest ein Zeichen guten Willens, das Publikum nicht schon wieder mit diesem Konstrukt verzerrter Wirklichkeit zu peinigen.

Selbst unter dem Vorbehalt, dass die glatte Oberfläche Teil des Unterhaltungskonzeptes ist, besitzt der von Renny Harlin („The Long Kiss Goodnight“) inszenierte Fantasy-Stumpfsinn keinerlei Reizpunkt, der eine Auswertung auf großer Leinwand rechtfertigt. Vielmehr wirkt das müde Filmchen wie die aufgeblasene Resteverwertung von „Charmed“: Vier Freunde (u.a. Taylor Kitsch, „Rache ist sexy”), allesamt Nachkommen mächtiger Hexerfamilien, bekommen es in einem Neu-Englischen Küstenstädtchen mit einer fremden Macht zu tun. Weil nebenbei auch noch die Hormone in Wallung geraten, darf sich jeder Zuschauer jenseits der Pubertät aus dem Zielgruppenzirkel ausgeschlossen fühlen.

Dass die Schauspieler aufgrund ihres Aussehens besetzt wurden, liegt auf der Hand. Schön gefönt füllt das Darstellerquartett die Hauptrollen und haucht die Textzeilen ohne jede Ausdruckskraft in die Kamera. Zugestanden werden muss den bedauernswerten Jungmimen, dass Autor J.S. Cardone („The Forsaken“) kaum gehaltvolles zu Papier gebracht hat. In loser Folge dürfen sich die vier Hauptfiguren gegenseitig daran erinnern, ihre Kräfte nicht zu häufig einzusetzen, weil der körperliche Verschleiß sonst lange vor dem hohen Alter einsetzt. Das allerdings hält die Zauberer nicht davon ab, für jeden noch so infantilen Schabernack in die Trickkiste zu greifen.

Zählbares haben hier nur die Verantwortlichen der visuellen Effekte geschaffen. Aber es hilft nichts. Die Story ist so öde wie vorhersehbar. Da geht es um Gefühlskeimung, Geistererscheinung und einen rätselhaften Todesfall. Das sich der neue Schüler am städtischen Internat (Seabstian Stan) ohne Umschweife als Urheber des finstren Treibens ausmachen lässt, ist dem Ausbleiben etwaiger Verdächtiger geschuldet. Überraschungs- wie keimfrei bewegt sich der Film in erkennbar vorgezeichneten Bahnen und macht weder Spaß noch Sinn. Mit solch uninspiriertem Mummenschanz lässt sich nicht mal mehr die Jugend ins Bockshorn jagen. Hollywood-Hochglanz zum abgewöhnen.

Wertung: (3 / 10)

scroll to top