Tanzende Kadaver – Della Morte Dell Amore (2006, Nix-Gut Records)

tanzendekadaverdellamoreFür die Braunschweiger von TANZENDE KADAVER gehen mit dem anstehenden Jahreswechsel auch die ersten zehn Jahre ihres Bandbestehens vorüber. Man darf sie demnach getrost als alte Hasen der deutschen Musikszene zählen. Das Ende Oktober über Nix Gut veröffentlichte Album „Della Morte Dell Amore“ ist das dritte Album der Band, die hier komplett aus dem Vollen schöpft. Mit fünfundzwanzig Songs ist die Platte mehr als gut bestückt, wobei die letzten fünf Bonussongs sind. Viel Musik gibt es also für´s Geld, Punkrock mit deutschen Texten um genauer zu sein.

Schnöder Deutsch-Punk ist allerdings nichts für das Trio, das sein Augenmerk mehr auf leicht düstere, melancholische und manchmal ironische Texte legt denn auf dumpfe Polit-Phrasen. Zwar scheint auch immer wieder ihre politische Ader hervor – gerade beim Anti-Nazi-Statement „Im Westen nichts neues“ -, der Großteil aber handelt vom Alleinsein und hat teilweise auch morbiden Charakter („Ein Sommernachtstraum“).

Musikalisch gehen TANZENDE KADAVER in die Richtung, die DIE ÄRZTE zu Beginn ihrer Karriere einschlugen und vor allem die Stimme von Wolf Kadaver klingt mitunter wie die von Bela B. Es gibt drei Akkorde-Vollgas aus der Standard-Ecke, die Produktion ist standesgemäß, reißt aber auch niemandem vom Hocker. Für ein paar Songs geht das Dargebotene wirklich O.K., auf ganzer Länge von etwa einer Stunde geht dem Album aber dann doch etwas die Puste aus – und ein paar Songs weniger wären vielleicht mehr gewesen. Auf der anderen Seite bekommen Fans der TANZENDEN KADAVER das volle Programm geboten. Und um genau die geht es doch auch.

Wertung: (5 / 10)

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