Daybreakers (AUS/USA 2009)

daybreakers„Life’s a bitch, and then you don’t die.“ – Des ewigen Lebens überdrüssig: Edward

Vampirfilme und -serien haben Hochkonjunktur. Anhalten dürfte dieser Trend zumindest noch, bis der finale Part der „Twilight“-Saga über die Leinwände geflimmert ist. Von diesem Hype profitieren aber auch Produktionen wie „Daybreakers“, mit dem die Spierig Brothers sechs Jahre nach ihrem viel beachteten Langfilmdebüt „Undead“ ein endzeitliches Szenario erschaffen, in dem die Menschheit zur bedrohten Spezies wird. 2019 sind nur noch fünf Prozent ihrer Population übrig. Der Rest ist tot. Untot. Zehn Jahre zuvor breitete sich eine Epidemie aus, die weite Bevölkerungsteile in Vampire verwandelte.

Die Welt veränderte sich radikal, das Leben verschob sich vom Tage in die Nacht. Eine friedliche Koexistenz scheint ausgeschlossen. Denn obwohl mit Hochdruck an einem Nahrungsersatz gearbeitet wird, wollen viele Blutsauger nicht vom natürlichen Kräfteprivileg abrücken. Die vampirische Überpopulation führt zu einer Hungersnot. Die Darbenden verwandelnden sich in Subsiders, degenerierte blutgierige Monstren, deren Geist purem Instinkt weicht. Einen Ausweg aus der Katastrophe soll Edward Dalton (Ethan Hawke, „Training Day“) finden, der mit der Entwicklung künstlichen Blutes betraut wurde.

„Being human in a world full of vampires is about as safe as barebacking a five Dollar whore.“ – Um klare Worte nicht verlegen: Elvis

Überraschend ist, wie schon bei „Undead“, die Ausprägung der Geschichte. In kaum 90 Minuten gelingt den Spierigs die Erschaffung eines komplexen Szenarios, das, visuell beeindruckend umgesetzt, aber nur überschaubaren Raum zur charakterlichen Entfaltung bietet. Unvermittelt eröffnet sich dem hadernden Edward eine Schlüsselrolle in der menschlichen Widerstandszelle um Lionel Cormac (Willem Dafoe, „Spider-Man“), genannt Elvis. Der, ein Ex-Vampir, wurde durch die kontrollierte Zufuhr von Sonnenlicht geheilt. Edwards Verrat veranlasst Charles Bromley (Sam Neill, „The Tudors“), Vorstand des mächtigsten Pharmaziekonzerns, zur Aussendung des passionierten Menschenjägers Frankie (Michael Dorman, „Triangle“).

Dass der Edwards Bruder ist, sorgt für dramatisches Gewicht auf bemüht shakespeare’schem Fuße. Bisweilen ist die Zuspitzung dieses wie anderer Konflikte – Bromley versucht seine noch menschliche Tochter, als alle Überzeugungsversuche scheitern, mit wenig zimperlichen Mitteln von den Vorzügen des Vampirismus zu überzeugen – etwas flach geraten. Zumeist aber präsentiert sich der detailreich ausgestaltete Zukunftsentwurf fantasievoll und fesselnd. Die namhafte Besetzung macht ihre Sache ordentlich, wird in der Übervorteilung kontrastreicher Bilder allerdings nicht übermäßig gefordert. Eine nicht vollends begeisternde aber doch sehenswerte Variante des altbackenen Vampir-Mythos.

Wertung: (6,5 / 10)

scroll to top