Jigsaw (USA/CAN 2017)

Und ewig lockt der Folter-Splatter. Als die „Saw“-Reihe 2010 mit Teil sieben zu Ende ging, hielt sich die Enttäuschung in Grenzen. Zu redundant, zu monoton war das Thema spätestens ab dem vierten Aufguss abgehandelt worden. Doch ist es nun einmal, wie es immer war: Die Show muss weitergehen. Ergo erfolgt in „Jigsaw“ die – zumindest nach dem Gesetz der Serie – überfällige Neuauflage.

In der werden einmal mehr bedingt reuige Sünder mit Hilfe perfider Tötungsapparaturen ausgemerzt. Überraschungsmomente birgt der von den Gebrüdern Michael und Peter Spierig („Undead“, „Daybreakers“) gefertigte Nachklapp nicht. Vom nunmehr achten Part eines Horror-Franchises dürfen solche aber im Grunde auch unmöglich verlangt werden. In den Schatten stellt das überflüssige Sequel die Vorgänger daher einzig im Hinblick auf den Grad der Ideenlosigkeit und die Fülle an Ungereimtheiten.

John „Jigsaw“ Kramer (in der Hauptsache stimmlich vertreten: Tobin Bell) ist zurück. Oder ist etwa ein (weiterer) Trittbrettfahrer am Werk, der das Vermächtnis des verstorbenen Scharfrichters fortsetzt? Fakt ist: Ein neues Spiel hat begonnen, das fünf Menschen – u. a. verkörpert von Laura Vandervoort („Smallville“) und Brittany Allen („It Stains the Sands Red“) – das Leben kosten kann. Die müssen sich in einem düsteren Farmgebäude marternden Prüfungen stellen und Einsicht für ihre tödlichen Fehler der Vergangenheit beweisen.

Parallel jagt der knurrige, selbst nicht unbefleckte Cop Halloran (Callum Keith Rennie, „Jessica Jones“) mit dem Kollegen Hunt (Clé Bennett, „Heroes Reborn“) Fährten nach, um dem Täter auf die Spur zu kommen. Als Verdächtige müssen bald Pathologe Nelson (Matt Passmore, „The Glades“) und dessen Jigsaw huldigende Assistentin Eleanor (Hannah Emily Anderson, „The Purge“) herhalten. Dabei stellt sich natürlich die Frage, ob Halloran nicht selbst Drahtzieher der brutalen Charakterprüfungen ist.

Über den Status „Konfektions-Schocker“ reicht „Jigsaw“ zu keiner Zeit hinaus. Mit dem schwächsten Teil der Reihe präsentieren die Spierigs eine lahme, mäßig gespielte und nicht einmal in puncto Gewalt für erhobene Augenbrauen sorgende Kopie. Ohne visuelle Reizpunkte und zumindest ansatzweise ansprechende Figuren wird die Ödnis des Drehbuchs von Josh Stolberg und Pete Goldfinger („Piranha 3D“) nur allzu leicht offenbar.

So betätigen die Todgeweihten artig die obligatorischen Bandaufnahmen und tappen in jede noch so konstruierte Falle. Die gewollt cleveren Wendungen (und das Spiel mit der Überlagerung zeitlicher Ebenen) kennt man bereits aus vorangegangenen Teilen, so dass dies Potpourri „geborgter“ Ideen von einer echten Ergänzung – geschweige denn adäquat unterhaltender Horrorkost – weit entfernt rangiert.

Wertung: (3,5 / 10)

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