Dark Ride (USA 2006)

darkrideBei Tobe Hoopers „Kabinett des Schreckens“ (1981) drehte sich das Karussell des Schlitzerfilms um eine Rummelplatzattraktion, genauer eine Geisterbahn. Jugendliche ließen sich dort über Nacht einschließen und erlebten ihr blaues, eher blutrotes Wunder, als sie plötzlich einem manischen Mörder gegenüber standen. Solche Konzepte kommen nur schwerlich aus der Mode. Es überrascht also nicht, dass sich mit „Dark Ride“ auch aktuell ein nach ähnlichem Muster gestrickter Beitrag findet.

Der offenbart die Hintergründe gleich im Vorspann: Über Zeitungsausschnitte wird – neben einem finstren Doppelmord im voranstehenden Prolog – über einen Killer berichtet, der in einer Geisterbahn sein Unwesen trieb. Nachdem er 16 Menschen grausam getötet hatte, wurde er gefasst und in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen. Ein Zeitsprung erfolgt, der im Hier und Jetzt studentische Charaktere (unter anderem „Sopranos“-Tochter Jamie-Lynn DiScala, hier unter dem Namen Siegler gelistet) vorstellt, die sich für einen Ferienausflug zusammenfinden.

Die Einführung der Figuren frisst gewohntermaßen das erste Drittel der knapp bemessenen Spielzeit. Langeweile hält Einzug, da sich auch die x-te Ausführung des Themas auf Sexlust und Drogenkonsum der Protagonisten beschränkt. Zumindest die visuelle Umsetzung – und verbleibt sie auch in bekannten Bahnen – hält bei der Stange. Dazu kommen Anflüge von krudem Humor und, den Fan wird’s freuen, blutiger Gewalt. Auf ihrem Weg in die Rammelferien unternehmen die Hochschüler einen Abstecher zum wiedereröffneten Schauplatz der brutalen Verbrechen. Das standardisierte Blutbad nimmt seinen Lauf.

Denn natürlich findet sich auch der Killer, nachdem er sich fachmännisch gewaltreich selbst entlassen hat, auf der Kirmes ein, um sein rigides Tagewerk zu verrichten. Weil es Nacht ist und die Fahrgeschäfte geschlossen sind, verschaffen sich die Urlauber unbefugten Zugang. Es wird Gras geraucht und ein bisschen gefummelt, ehe die körperliche Versehrtheit der Beteiligten zugunsten makabrer Schauwerte ausgesetzt wird. Spannend ist das mitnichten, was Regisseur und Co-Autor Craig Singer („Eine gute Nacht zum Sterben“) hier auftischt. Zwar solide inszeniert, aber ohne die stumpfe Idiotie des Szenarios überwindenden Einfallsreichtum.

Viel passiert darüber nicht. Hier wird gejagt, dort wird gestorben. Am Ende serviert Singer eine Schlusswendung, auf die zuvor bei jeder passenden Gelegenheit bereits hingewiesen wurde. Es passt nicht zusammen, was in der Regel des Underground-Kinos doch der Gewohnheit entsprechend zusammen gehört. Oder zumindest gehören müsste. „Dark Ride“, der Film über die Geisterbahn funktioniert nicht zwangsläufig wie die selbige. Er bleibt ein typischer, an Klischeeüberfrachtung darbender Slasher-Horror. Streifen wie diesen gibt es zuhauf. Er kann also ruhigen Gewissens übergangen werden.

Wertung: (3 / 10)

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