Dante´s Peak (USA 1997)

dantespeakHeißa, der Agent ihrer Majestät kann auch anders. Neben den Weltfrieden bedrohenden Superschurken erwehrt sich der fünffache Bond-Darsteller Pierce Brosnan auch entfesselten Naturgewalten. Natürlich mit Erfolg, was Roger Donaldsons („Species“) Katastrophenfilm „Dante´s Peak“ nur leidlich aufregend gestaltet. Dafür geht so einiges zu Bruch, wenn ein Vulkan aus seinem Jahrhunderte währenden Schlummer erwacht und das nahe Dorfidyll mit allem platt macht, was Autor Leslie Bohem („Daylight“) als effektgeladenes Hallo-Erlebnis befindet.

Zu Beginn aber wird Brosnans Charakter, auf den Namen Harry Dalton hörend, standesgemäß traumatisiert, wenn seine Verlobte während eines Vulkanausbruchs in Kolumbien von einem aus der Erdafte gespuckten Felsbrocken erschlagen wird. Vier Jahre später wird der Geologe mit der Überprüfung des titelspendenden Massivs betraut, wobei sich die Vorzeichen auf einen Ausbruch mehren. Sein Vorgesetzter will ohne handfeste Beweise nichts von Evakuierungsnotfallplänen wissen, so dass das Daltons Bauchgefühl strapazierende Unglück die Region relativ unvorbereitet ereilt.

Auf seinem Weg aus der Gefahrenzone begleiten ihn die alleinerziehende Bürgermeisterin Rachel Wando („Terminator“-Heroine Linda Hamilton) und deren beiden Kinder. Im Angesicht der Katastrophe kapern die erst mal Muttchens Karre, um auch die störrische Oma (Elizabeth Hoffman, „Am wilden Fluss“) vor dem Lavastrom zu bewahren. Die Schauwerte sind beachtlich, wenn mit tricktechnischem Geschick der Destruktion gefrönt wird. Mit Füßen getreten wird nur die Logik, die sich einer fast schmerzhaften Anything Goes-Mentalität unterwerfen muss.

Bei der löst sich Großmutter im übersäuerten Bergsee auf wie eine Brausetablette und der zur Rettung ins Tal gesteuerte Jeep nimmt bei der Fahrt durch den erkaltenden Flüssigstein kaum mehr Schaden als verkohlte Reifen. Den Gipfel der Dämlichkeit aber erklimmt der Familienhund, der inmitten der Lava auf einem Felsen verweilt, unmittelbar an der Wegstrecke jenes unzerstörbaren Fluchtgefährts. Donaldsons Beitrag zur kurzlebigen Desaster-Renaissance ist so ansehnlich gemacht wie lachhaft unsinnig. Wäre es nicht um den immerhin beachtlichen Unterhaltungswert, der Film würde sang- und klanglos durchfallen.

Wertung: 5 out of 10 stars (5 / 10)

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