Consumed – A Decade of No (2018, SBÄM Records/Umlaut Records)

Der demographische Wandel hat den Punk-Rock fest im Griff. In der jüngeren Vergangenheit sorgten nicht zwingend neue Bands für Furore, sondern insbesondere die Veteranen, die alten Hasen, die dem Genre seit Jahrzehnten ihren Stempel aufdrücken. Im Kleinen wie im Großen. In diese Entwicklung passte auch die Ankündigung einer neuen EP von CONSUMED. Das Gespann aus dem englischen Nottingham wurde in den späten Neunzigern von Fat Wreck gesignt, steuerte ihren frühen Hit „Heavy Metal Winner“ zum Konsolen-Klassiker „Tony Hawk‘s Pro Skater 2“ bei und spielte bis 2002 zwei Langspieler ein. Danach folgte die Auflösung.

Die hatte bis 2015 Bestand. Frei nach Loriot könnte man sagen: Ein Leben ohne Punk-Rock ist zwar möglich, aber sinnlos. Ersten Reunion-Shows folgte der Plan, neue Songs zu schreiben. Die ersten sechs finden sich auf der EP „A Decade of No“. Die gute Nachricht: CONSUMED machen 2018 weiter, wo sie mit ihrer letzten Platte „Pistols at Dawn“ aufgehört haben. Will heißen: melodischer Punk mit zarter Verwurzelung im deftigen Segment und stimmigen Singalong-Parts. Absolute Hits sind zwar nicht dabei, doch stimmt das Niveau über die volle Distanz. Schmissige Mitgröl-Momente bieten vor allem „Wake Up Warning“, „Obscene Like Beverly Dean“ und „Cut Me Down“.

Das in der Herleitung an STRUNG OUT erinnernde „Devil’s Chords“ und vor allem „What Would Cliff Burton Do?“ bringt daneben gepflegte Metal-Einflüsse ins Spiel, womit CONSUMED ihren Horizont noch einmal wonnig erweitern. Alten Fans dürfte das Quartett mit „A Decade of No“ definitiv ein breites Grinsen aufs Gesicht zaubern. Doch lädt die Scheibe auch entdeckungsfreudige Hörer zum Moshen ein. Schön, dass (auch) sie zurück sind!

Wertung: (7,5 / 10)

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