Comeback Kid – Die Knowing (2014, Victory Records)

comeback-kid-die-knowingIm modernen Hardcore sind COMEBACK KID nicht allein eine sichere Bank, sondern allen voran eine Konstante. Mit jeder neuen Platte fügen die Kanadier ihrem Sound neue Facetten hinzu, die sie vielseitig erscheinen lassen, ohne allzu deutlich von der bewährten Rezeptur abzuweichen. Bemerkenswert ist dabei, dass die Band nach ihrem frühen Klassiker „Wake the Dead“ (verbunden mit dem Ausstieg des originären Frontmannes Scott Wade) ihr kreatives Heil nicht in der Fokussierung auf jenes melodische und hymnische Songwriting suchte. Denn mit dem Wechsel von Gitarrist Andrew Neufeld ans Mikro wurde es erst düsterer („Broadcasting…“), ehe mit „Symptoms + Cures“ die knallige Verbindung beider Ausprägungen folgte.

Auf „Die Knowing“, ihrem insgesamt fünften Langspieler, erfährt diese Ausrichtung neuerliche Variation. Denn was der eröffnende Titeltrack und insbesondere das darauf folgende „Lower the Line“ offenbaren, ist eine stärkere Einbindung von rüdem Metal. Das verleiht der Platte einen geradewegs old-schooligen Touch, der durch die knapp gehaltene Dauer der einzelnen Nummern (unterm Strich ein Dutzend in knapp 33 Minuten) eine höchst beachtliche Wucht entwickelt. Der Härtegrad ist beständig hoch, was die gewohnten melodischen Farbtupfer jedoch keineswegs ausspart. Die ersten Tracks mögen noch den Eindruck nähren, COMEBACK KID würden sich den brachialen Gefilden von TERROR und Co. nähern. Was die Jungs insgesamt abbrennen, ist jedoch ein Ruppigkeit und Melodie abermals perfekt vereinendes Feuerwerk.

Wer einen Beweis sucht, wird bei „Should Know Better“ fündig, das jene Punk-Einflüsse und untrügliche Mitgröl-Parts offenbart, die COMEBACK KID über die Jahre maßgeblich geprägt haben. Sie begleiten auch „Full Swing“, bei dem der erwähnte Scott Wade als Gastschreihals agiert, „Beyond“, das vielschichtigere „Unconditional“ oder das finale „Sink In“, die ebenfalls mächtig Alarm machen und die stattliche wie Härte-variable Hitdichte mehren. Überhaupt geben sich die Mannen aus Winnipeg erstaunlich locker und lärmen abseits von Erwartungshaltung und Genrestandard spürbar befreit von jeglichem Druck munter drauflos. Beweisen müssen COMEBACK KID längst nichts mehr. Dass sie es trotzdem tun, spricht eindeutig für sie.

Wertung: (8 / 10)

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