Comeback Kid – Wake the Dead (2005, Victory Records)

comebackkidwakethedeadUm Trendgespenster machen COMEBACK KID seit jeher einen großen Bogen. Der Fünfer aus Winnipeg spielt Hardcore nach eigener Vorstellung – kraftvoll, ausdrucksstark und mit feinem Gespür für mitreißende Songs. Ihr Victory-Debüt „Wake the Dead“, das insgesamt zweite Album, spannt den Bogen von der alten Genre-Schule bis in die Gegenwart. Erinnerungen an SNAPCASE werden wach. Nicht nur aufgrund des Gesangs. Doch verzichten COMEBACK KID zugunsten melodisch im Punk behafteter Vorstöße auf Progressivität.

Ohne Umschweife wird die Scheibe nach vorn getrieben. Kaum mehr als 25 Minuten lassen die Kanadier für 11 Songs verstreichen. Die Melodien haben Schmiss, ohne den Stücken ihre Härte zu rauben. Dazu kommen wohl platzierte Hintergrundgesänge, die sich nie auf obligatorischen Oohs und Aahs festnageln lassen. Allein der satte Refrain des Titeltracks animiert zum Einstieg aus vollem Halse. Für Begeisterung sorgt auch die Produktion. An den Reglern nahm Alteisen und DESCENDENTS-Drummer Bill Stevenson Platz. Das genügt als Gütesiegel.

Die Frische der Platte ist erstaunlich. Sei es die Melange aus knackigen Hymnen, rastlosem Schlagzeug und dosierten Moshparts oder die ehrlichen, weniger auf ein junges Publikum zugeschnittenen Texte, seinen Reiz büßt der Langspieler auch nach üppiger Rezeption nicht ein. Bedauerlicherweise verließ Frontmann Scott Wade die Band kurz nach Veröffentlichung dieses grandiosen Musikwerks. Seinen Part füllt seitdem Gitarrist Andrew Neufeld. 2007 folgt mit „Broadcasting…“ der Nachfolger zu „Wake the Dead“. Dann lässt sich ermessen, ob COMEBACK KID auch in reduzierter Formation zu weiteren Höchstleistungen ausholen können. Die Zeichen stehen gut – und im Falle dieses Gespanns eindeutig auf Sturm!

Wertung: (9 / 10)

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