Comeback Kid – Broadcasting… (2007, Victory Records)

comeback-kid-broadcastingAls Sänger Scott Wade seinen Ausstieg bei COMEBACK KID bekannt gab, füllte Gitarrist Andrew Neufeld die Kluft. Überraschenderweise attestierten dem Ersatzmann selbst die härtesten Fans eine solche Ähnlichkeit mit dem Vorgänger, dass dem Fortbestand der Band kein sorgenvoller Blick entgegenschlug. Erst recht nicht nach Veröffentlichung von „Broadcasting…“, dem zweiten Album der Kanadier über Victory Records.

Die Messlatte lag durch den famosen 2004er Langspieler „Wake the Dead“ hoch. Doch statt den Weg des geringsten Widerstands zu beschreiten und das Konzept schlicht zu wiederholen, legt das geschrumpfte Gespann den Hörern massive Brocken in den Weg. Das neue Material ist spürbar härter geraten, im Tenor düsterer. Eben anders, ohne dabei die Wurzeln zu verraten. COMEBACK KID bleiben also unverwechselbar COMEBACK KID. Der melodische Anteil im Hardcore wird zurückgefahren, die Passagen klarer Gesangsbahnen reduziert. Noch atemloser als zuletzt hetzen wütende Songs durch eine Gewitterfront musikalischer Erhabenheit. Der Einfluss des Punk bleibt unverkennbar, was die Abwechslung bewahrt und das hohe Tempo konstant hält. Eilig haben es die Jungs noch immer. Die elf Tracks beanspruchen kaum mehr als 33 Minuten Spielzeit.

Die Entlastung der Stimmbänder prägte COMEBACK KID bereits in der Vergangenheit. Variabler Gesang und entfesselte Klangwälle gingen Hand in Hand Richtung Paradebeispiel des modernen Hardcore. Die auf „Broadcasting…“ dezenter eingesetzte Melodik des Organs mindert die eigentümliche Atmosphäre keineswegs. Die Entlastungsphasen sind zwar spärlicher gesät, die Dynamik der perfekt produzierten Platte aber könnte kaum mehr ins Ohr springen. Enttäuschungen sind da praktisch ausgeschlossen.

Wertung: (8 / 10)

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