Captivity (USA/RUS 2007)

captivity-2007Es ist völlig normal und mag irgendwie auch legitim sein, dass man im Fahrwasser erfolgreicher Filme mitschwimmen möchte. Wenn allerdings die offensichtlichen Vorlagen von „Captivity“ – nämlich „Hostel“ und „Saw“ – schon recht durchschnittlich bis mies sind, wie soll da das Plagiat funktionieren? Ursprünglich als herkömmlicher Thriller angedacht, wurde nach einigen Testvorführungen das eigentliche Konzept über Bord geworfen und im Wesentlichen einige Folterszenen nachträglich eingefügt. So ist die Ideenlosigkeit der Macher auch das Einzige, was von diesem Film haften bleibt.

Auf einer Party wird das schauspielernde Model Jennifer Tree (Elisha Cuthbert) von einem Unbekannten betäubt und verschleppt. Als sie aufwacht, findet sie sich in einem Verließ wider. Anfängliche Widerstände werden von diesem mit Folterungen und Erniedrigungen bestraft. Nach kurzer Zeit bemerkt sie den ebenfalls entführten Gary (Daniel Gillies), der in einer Zelle neben der ihren eingesperrt ist. Gemeinsam wollen beide fliehen, sind dabei jedoch den Spielen ihres Peinigers ausgesetzt.

Man kann den Machern dieser Folter-Mär um Regisseur Roland Joffé („Vatel”) und Co-Autor Larry Cohen („Die Wiege des Bösen”) viel vorwerfen. Dass sie ein mehr oder minder erfolgreiches Konzept ausschlachten, dabei aber nicht einmal besonders geschickt vorgehen. Allerdings umso mehr die völlig lieblose Inszenierung ihrer eigenen Schlachtplatte. Zumindest einen Trumpf scheint der Film in Form von Elisha Cuthbert („24“, „House of Wax“) zu haben. Jedoch bleibt sie ihren Ruf zu jeder Sekunde schuldig. Selbst als Blondchen von der Stange wirkt sie überfordert, muss dabei allerdings auch mal einen Brei aus Augen, Ohren und Innereien über sich ergehen lassen. Noch blasser bleibt jedoch ihr männliches Pendant Daniel Gillies („Spider-Man 2“).

Dem Film fehlt es an allem, an Struktur, einer durchdachten Handlung, Eigenständigkeit und Spannung. Darunter leidet zwar auch „Hostel“, doch stimmten die Folterszenarien zumindest Gorehounds zufrieden. Es fällt hier schnell auf, dass der Film ursprünglich anders aussehen sollte, denn die Folterszenen wirken wie Fremdkörper, völlig überflüssig und passen eigentlich nicht ins Bild. Ein verätzter Kopf, ein explodierender Hund, ein ausgerissener Zahn, wirklich viel mehr hat aber selbst „Captivity“ nicht zu bieten. Stattdessen herrscht von Anfang an Langeweile, den ach so überraschenden Plottwist kann man sofort vorhersehen, wie aber alles andere der insgesamt unendlich erscheinenden 80 Minuten Laufzeit. Würde man den Film als Frechheit bezeichnen, wäre dies noch untertrieben. Auf Teufel komm raus wird versucht, auf den ohnehin schon ausrollenden Folterzug aufzuspringen. Dagegen darf selbst Eli Roth als Houdini des Horror gefeiert werden.

Wertung: (2 / 10)

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