Die Kinder der Verdammten (GB 1963)

die-kinder-der-verdammtenGern wird „Die Kinder der Verdammten“ als Remake des ebenfalls schwarz-weißen Gruselklassikers „Das Dorf der Verdammten“ verkauft. Dabei macht bereits der Vorspann deutlich, dass sich der Film als Sequel zum Vorläufer, mehr noch John Wyndhams Romanvorlage „The Midwich Cuckoos“ begreift. Der von TV-Regisseur Anton Leader („Tennis, Schläger und Kanonen“) inszenierte Nachklapp ist eine Variierung des Themas, die die Geschehnisse des Originals schlichtweg ignoriert. Das wäre halb so wild, würde die Science-Fiction-Komponente nicht an wissenschaftliche Ausführungen und moralische Diskurse vergeudet.

Bei einem standardisierten, weltweit durchgeführten Wissenstest unter Kindern entdecken der Psychologe Tom Lewellin (Ian Hendry, „Theater des Grauens“) und der Genetiker Tom Neville (Alan Badel, „Der Schrecken der Medusa“) sechs Kinder aus verschiedenen Erdteilen, die alle über außergewöhnlichen Intellekt verfügen. Zur Untersuchung werden sie nach London gebracht, was in den jeweiligen Regierungen Unbehagen weckt. Der Wissensvorsprung durch solch einen klugen Kopf könnte beträchtlich ausfallen. Die Kinder aber sind nicht nur telepathischen Kontaktes und der Kontrolle ihrer Mitmenschen fähig, sie sind auch geistig aneinander gekoppelt.

Die Gefahr ist diesmal multikulturell, bedauerlicherweise aber in eine arg zähflüssige Erzählung gebettet. Anfangs gibt nur der englische Vertreter der hochbegabten Kinder Rätsel auf, als er seine verlotterte Mutter in den Straßenverkehr und damit ins Hospital manövriert. Sie schwört darauf Stein und Bein, die Empfängnis wäre unbefleckt erfolgt, was die Rätsel mehrt, im weiteren Verlauf aber nicht mehr aufgegriffen wird. Fortan kümmert sich Tante Susan (Barbara Ferris, „Spiel mit dem Schicksal“) um den Jungen und wird glatt zur erzwungenen Mätresse, als die Kinder ihrer Trennung vorbeugen und fliehen.

In der Folge geht es mehr um das kriegerische Wesen des Menschen und die Erwehrung der bedrängten Kinder. Die haben sich in einer verlassenen Kirche einquartiert und werden fortan vom Militär und Botschaftsvertretern der jeweiligen Nationen belagert. Atmosphärisch bleibt das um Mystik bemüht, baut über die Redseligkeit aber keinerlei Spannung auf. Nicht nur, dass die Kinderlein ihrer Herkunft entsprechend verschieden aussehen, ihre Augen leuchten bei der Manipulation ihrer Gegenüber auch nur noch partiell. Am Ende hält Bitterkeit Einzug, wenn das Militär den Friedensstift der Kinder versehentlich mit Bomben eindeckt. Eine durchwachsene Version des Klassikers.

Wertung: (5 / 10)

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