It’s Alive (USA 2008)

itsaliveremakeIt Lives Again.

Mehr als dreißig Jahre nach dem Original fletscht das Killerbaby aus Larry Cohens „It’s Alive“ (1974) neuerlich die spitzen Zähne. In Deutschland unter dem Titel „Die Wiege des Bösen“ in die Kinos gelangt, folgten dem preiswerten B-Horror bis 1987 zwei Fortsetzungen. Die von Hollywoods Remake-Wahn forcierte Neuverfilmung besorgte Josef Rusnak („The 13th Floor“), der die Leidensgeschichte eines jungen Elternpaares – überzeugend gespielt von Bijou Phillips („Venom“) und James Murray („Primeval“) – mit soliden Schocks versieht. Mehr aber auch nicht.

Zugute halten muss man den Machern ihren Mut. Der unter Fans durchaus geschätzte Vorläufer spiegelt sich in der modernisierten Variante lediglich über grobe Handlungsmotive wider. Das Drehbuch, an dem Urheber Cohen wiederum beteiligt war, verschiebt den Fokus in Richtung der (werdenden) Mutter, Lenore Harker. Als ihr ungewöhnlich großes Baby vorzeitig per Kaiserschnitt geholt wird, richtet es, gerade auf der Welt, ein Blutbad im Kreißsaal an. Zeugen für den grausigen Vorfall gibt es keine und die geschockte, zur Tatzeit narkotisierte Lenore, kann sich an nichts erinnern.

Das Original lebte von der Frage, ob die Staatsmacht dem durch Medikamente zum Monster mutierten, mordend durch die Nachbarschaft krabbelnden Neugeborenen die Lebensberechtigung aberkennen dürfe und thematisierte auch die öffentliche Ächtung der Eltern. Hier bleibt der Terror auf Haus und Grundstück des Kindsvaters, dem Architekten Frank Davis, beschränkt, wo der Racker mit großem Appetit die Tierwelt aufmischt. Nur Franks jüngerer, an den Rollstuhl gefesselter Bruder Chris (Raphaël Coleman, „Die zauberhafte Nanny“) scheint die Gefahr zu ahnen.

Rusnak ergeht sich in Andeutungen und will das optisch recht normal belassene Monsterkind als faustdicke Überraschung verkaufen. Die Ausgangslage aber bliebe selbst ohne Determination durch Cohens Ur-Version offenkundig. Die Frage nach Schuld und Verantwortung fällt Lenore zu, die sich in die Mutterrolle verbeißt und hinter dem mörderischen Sohnematz selbst dann noch Leichen beseitigt, als der sich längst an den alibihaften Nebenfiguren delektiert. Eine gewisse Grundspannung und vereinzelt wirkungsvolle Bluteffekte sollten das Faninteresse wecken. Sicher kein weltbewegender Film, aber auch keines dieser einfallslos aufgekochten Dumpfbacken-Remakes. Das passt schon.

Wertung: (5 / 10)

scroll to top