Burn – …From the Ashes (2016, Bridge Nine Records)

burn-from-the-ashesWenn BURN im Laufe ihres Bestehens eines ausdrückten, dann dass der Hardcore mitnichten ausgelutschten Formeln folgen muss. Allerdings zeichnete sich das Gespann um Frontmann Chaka Malik über die Jahre nicht gerade durch gesteigerte Arbeitswut aus. Nach ihrer selbstbetitelten Debüt-EP von 1990 gingen die Mitglieder wenig später getrennte Wege. Malik gründete ORANGE 9MM, Drummer Alan Cage schloss sich QUICKSAND an. Offiziell aufgelöst wurde die Band jedoch nie. Um die Jahrtausendwende erfolgte ein neuer Anlauf, u.a. ergänzt durch GLASSJAW-Bassist Manny Carrero, aus dem 2001 die „Cleanse“-EP resultierte – sowie „Last Great Sea“, eine Sammlung unveröffentlichter Tracks aus den frühen Neunzigern.

Danach wurde es wieder still. Hier und da mal ein Auftritt, jedoch nichts von Bestand. Also genau der Stoff, aus dem Legenden gestrickt werden. Genährt wird dieser Status durch das brandneue Output „…From the Ashes“, mit dem BURN via Bridge 9 drei frische Tracks präsentieren. Neben den Gründungsmitgliedern Malik und Gavin Van Vlack sowie Carrero komplettiert dessen GLASSJAW-Kollege Durijah Lang die aktuelle Besetzung. Die bietet Hardcore fernab gängiger Genre-Schubladen, bei dem Motive des progressiven Rocks das Erscheinungsbild maßgeblich prägen. Eröffnet wird der außergewöhnliche Reigen durch das groovende „Drums of War“, bei dem Maliks raue, beständig an der Verzweiflung kratzenden Vocals stets klingen, als wäre der Sänger der Erschöpfung nahe. Das Schlagzeug sorgt dem Titel entsprechend für Vorschub, hinzu gesellen sich stimmungsvoll verschachtelte Arrangements mit noisiger Note.

Der programmatisch überschriebene Mittelteil „You Can’t Stop Me“ beginnt wuchtig und zelebriert das (überschaubare) Chaos mit geschickten Tempoverschiebungen und spürbarer Leidenschaft. Was hier in nicht einmal zweieinhalb Minuten an Ideenreichtum offenbart wird, genügt anderen Bands für eine ganze Platte. Zum Abschluss geht es „We Don’t Stand a Chance“ eine Spur gediegener an, leitet mit stampfendem Rock ein und verabschiedet sich darauf in dezent psychedelische Sphären. Konventionen entzieht sich der Vierer mit „…From the Ashes“ so konsequent wie begeisternd. Sicher kein leicht verdaulicher Happen für Zwischendurch, dafür glasklares Pflichtprogramm für aufgeschlossene Hardcore-Jünger. Bleibt nur zu hoffen, dass die Wartezeit bis zum Nachschlag nicht wieder Jahre verschlingt.

Wertung: (8 / 10)

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