Black Hawk Down (USA 2001)

black-hawk-downIn Somalia tobt seit Jahren der Bürgerkrieg. UN-Schutztruppen versuchen krampfhaft, das Geschehen in den Griff zu bekommen. Um die Rebellen um Führer Aidid zu Schwächen, wollen Spezialeinheiten der US-Rangers und Delta Force am 3. Oktober 1993 zwei seiner engsten Mitstreiter während eines Treffens mitten in Mogadischu verschleppen. Die Aktion schlägt fehl, denn plötzlich stehen den US-Soldaten mehrere Tausend Somalis gegenüber. Der Einsatz war für knapp 30 Minuten angesetzt, am Ende dauerten die Straßenkämpfe über 15 Stunden. Die Folge: mehrere hundert Tote und zwei abgeschossene Hubschrauber vom Typ Black Hawk.

Regisseur Ridley Scott („Gladiator“) und Produzent Jerry Bruckheimer („Armageddon“) verfilmten mit „Black Hawk Down“ einen der schwärzesten Tage der US-Militärgeschichte. Scott geht es jedoch nicht um einen Film über die Hintergründe der Gewalteskalation, sondern vielmehr um reine Kriegsaction, die teilweise in visuell beeindruckenden Bildern auf den Zuschauer niedergeht. Auf zu viel Hurra-Patriotismus und Pathos wird glücklicherweise verzichtet, an einigen Stellen wird die USA aber doch wieder als Retter der Welt dargestellt. Vor allem Josh Hartnetts („Pearl Harbor“) Schlussmonolog über Heldentum und Kameradschaft hätte man sich getrost sparen können.

Die politischen Hintergründe werden zu Beginn nur über ein paar Texttafeln angerissen und im weiteren Verlauf auch nicht vertieft. Die Situation der Bevölkerung bleibt vage, die Einheimischen werden teilweise undifferenziert als Wilde dargestellt. Doch wie erwähnt steht die Action im Vordergrund. Nach gut einer halben Stunde beginnt die Jagd auf die amerikanischen Truppen, die versprengt in den Straßen von Mogadischu um ihr Überleben kämpfen. Über die folgenden 90 Minuten knallen dem Zuschauer Patronen, Raketen und Granaten um die Ohren, teilweise so realitätsnah, dass man glaubt, man wäre direkt ins bleihaltige Geschehen involviert. Wie schon Steven Spielberg bei „Der Soldat james Ryan“ setzt auch Scott auf einen semi-dokumentarischen Still mit Handkamera und verwackelten Bildern.

Die Darstellerriege ist namhaft und fast verschwenderisch mit Alt- und Jungstars besetzt: Tom Sizemore („Heat“), Orlando Bloom („Der Herr der Ringe“), Ewan McGregor („Moulin Rouge“), Sam Shepard („Homo Faber“), Jason Isaacs („Der Patriot“), Eric Bana („Chopper“), William Fichtner („Der Sturm“), Hugh Dancy („David Copperfield“), Kim Coates („Waterworld“), Jeremy Piven („Judgement Night“), Nikolaj Coster-Waldau („Nachtwache“), Ioan Gruffud („Titanic“), Tom Hardy („Band of Brothers“). Im Kugelhagel können die Darsteller (verständlicherweise) keine großen Akzente setzen. Interessant ist aber die Tatsache, dass die Geschehnisse nicht auf eine oder zwei Figuren fokussiert bleiben. Kein Anti-Kriegsfilm mit politischer Message, sondern ein perfekt inszenierter Actionfilm vor realem Hintergrund. Nicht mehr, aber auch keinesfalls weniger.

Wertung: (6,5 / 10)

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