Atemlos – Gefährliche Wahrheit (USA 2011)

atemlos-lautnerEs gibt talentierte Jungdarsteller – und es gibt Taylor Lautner. Der „Twilight“-Co-Star verdankt seine Popularität eher dem gestählten (und gern vor der Kamera entblößten) Oberkörper und weniger ausgeprägtem Charisma oder mimischer Prägnanz. Streng genommen verfügt der 20-jährige über die schauspielerische Strahlkraft von zwei Meter Feldweg im Weserbergland. Aber so lange der Nachwuchs-Star das bevorzugt weibliche Teenie-Publikum der Ohnmacht nahe bringt, wird ihm Hollywood auch den Rahmen einer potenziell schillernden Karriere bieten.

Im Teenie-Thriller „Atemlos“ spielt Lautner den aufmüpfigen Schüler Nathan, der während der Autofahrt gern mal auf der Kühlerhaube surft und sich auf Partys so sehr die Kante gibt, dass er tags darauf – natürlich ohne Shirt (und Kater) – auf Grünflächen erwacht. Dass dieser Rahmen nicht sonderlich glaubhaft erscheint, daran haben auch Nathans Eltern Anteil, die von Maria Bello („A History of Violence“) und Jason Isaacs („Harry Potter“) gespielt werden. Denn nach jener durchzechten Nacht wird der widerspenstige Sohn unter den Augen der Mutter erst mal vom Vater mit Boxhandschuhen traktiert. Wenn der Alkohol schon nicht auf den Schädel schlägt…

Als Nathan mit Schulschwarm Karen (Lily Collins, „Blind Side“) im Internet auf Hinweise stößt, er könne als Kind entführt und bei falschen Eltern aufgewachsen sein, stürzt er sich sogleich in die Wahrheitsfahndung. Die Mutter streitet nicht ab, dass er adoptiert sei, wird wie der Vater aber von zwei plötzlich ins Haus eindringenden Killern ermordet. Mit Karen ergreift Nathan die Flucht und wird bald vom russischen Verbrecher Kozlow (beschäftigungslos: „Millennium Trilogie“-Star Michael Nyqvist) gejagt, der von seinem leiblichen Vater Geheiminformationen erpressen will. An Nathans Fersen klebt aber auch CIA-Agent Burton (Alfred Molina, „Spider-Man 2“). Aber können die Flüchtigen ihm trauen?

Der Auftakt von John Singletons („Boyz n‘ the Hood“) Thriller schrammt in seiner Klischeefülle nur knapp an der Parodie vorbei. Daneben aber bleibt „Atemlos“ routinierte Mainstream-Kost, die zweifelsfrei als Vehikel zur Etablierung Lautners angedacht wurde. Der wirkt in der überschaubaren Anzahl verwertbarer Gesichtsausdrücke mehr unbeholfen denn überzeugend, ins Mittelmaß dringt der Film mit zunehmendem Tempo und solider Action aber letztlich vor. Nur liegt das weniger an Lautner, sondern eher der ihn unterstützenden Riege prominenter Nebendarsteller. Ob es „Alien“-Heroine Sigourney Weaver allerdings wirklich nötig hat, in solchen Werken mitzuwirken, bleibt ihr Geheimnis.

Wertung: (5 / 10)

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