Dinoshark (USA 2010)

dinosharkTrotz seiner nunmehr 86 Lebensjahre ist Roger Corman („Humanoids From the Deep“) noch immer nicht müde. So produzierte er mit Gattin Julie das stumpfe Monster-Movie „Dinoshark“ nicht bloß, sondern trat auch in einer Nebenrolle vor die Kamera. Allein, es hilft nicht. Hatte Cormans ebenfalls für den TV-Sender Syfy gefertigtes Trash-Vehikel „Sharktopus“ immerhin noch abseitigen Spaßgehalt, schwimmt dieser Hai-Hybrid schnell mit dem Bauch nach oben. Begründet liegt dies vor allem darin, dass die knappe Präsenzzeit des Ungeheuers durch dröge Mimen und viel Leerlauf an die Grenze purer Langeweile getrieben wird.

Bei einem Gletscherbruch in der Arktis wird die Brut eines prähistorischen Killerfischs – in grotesker Erscheinung mit gepanzertem Fischkörper und Echsenkopf (!) – befreit. Drei Jahre später zieht es ein ausgewachsenes Exemplar an die mexikanische Küste von Puerto Vallarta, wo es bald beginnt die badelustige Bevölkerung zu verspeisen. Unter den Opfern ist auch eine Freundin von Heimkehrer Trace (Eric Balfour, „Skyline“), der für reiche Touristen den Ausflugsschipper gibt. Als er die Bestie beim Angriff auf ein Boot der Küstenwache beobachtet, schenkt seiner Geschichte natürlich niemand Glauben.

Eine Verbündete findet er in Öko-Trainerin Carol (Iva Hasperger, „Vlad“), die die Existenz des mörderischen Fossils mit Hilfe des Wissenschaftlers Frank Reeves (Corman) verifiziert. Die weder temporeiche noch kurzweilige Jagd auf das Ungeheuer ist damit eröffnet. Nur das obligatorische Wasserfest wird selbstredend nicht abgesagt, was Organisator Mike (Dan Golden, „Komodo vs. Cobra“) eine böse Überraschung bereitet. Von einer solchen ist der Zuschauer angesichts der umfassend dürftigen Leistungen vor wie hinter der Kamera allerdings auch nicht weit entfernt.

Trash ist bei „Dinoshark“ einmal mehr nicht gleichbedeutend mit geistloser Vergnüglichkeit. Gerade dieser hätte es aber zwingend bedurft, um den schwach getricksten und von Kevin O‘Neill (fertigte für Corman bereits „Dinocroc“) unterirdisch inszenierten Streifen selbst für hartgesottene Fans goutierbar zu machen. Zwar ist die Opferzahl wieder stattlich, aber letztlich hilft auch das dem elend trägen Creature Feature nicht auf die Sprünge. Vom Renteneintritt mag B-Papst Roger Corman noch ein gutes Stück entfernt sein. Angesichts solch grottigen Filmwerks sollte er sich aber möglicherweise aber mal mit dem Gedanken des kreativen Abtritts anfreunden.

Wertung: 2 out of 10 stars (2 / 10)

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