Astream – Jumps, Giggles and Shouts (1997, Bad Taste Records)

astreamjumpsgigglesshoutsASTREAM haben ein Problem, sie reißen nicht mit. Zumindest nicht über die volle Distanz. Dabei machten sie es auf ihrem 1997 eingespielten zweiten Album wieder ein Stück besser als noch auf dem Debüt „Woodfish“, das wiederum eine Steigerung gegenüber ihrer „Marvellous Tomorrow“-EP bedeutete. Der Gesang beispielsweise wirkt auf „Jumps, Giggles and Shouts“, jenem „Woodfish“-Nachfolger, ausgereifter. Natürlich muss er im Punk nicht an der Perfektion schaben, doch die zwischenzeitliche Disharmonie zwischen Frontmann Champ und Gitarristin Mia war einfach nicht von der Hand zu weisen.

Der eine übte also die vokale Wandlungsfähigkeit, die andere musste sich am Mikro zurückhalten. Nur das krakelerische „Girlfriends“ gehört allein ihr, was abermals in die Hose geht. Ansonsten aber schien das Selbstvertrauen gestiegen zu sein. Anders ist das etwas unschön durch die Krachkimme gezogene Elvis-Cover „Suspicious Minds“ nicht zu erklären, das sogar mit O-Tönen des King abschließt. Positiv äußert sich die Rückgewinnung der harten und schroffen Vorgehensweise, die in umso melodischere Refrains mündet. Das erinnert weniger an die zum Vergleich oft bedienten SATANIC SURFERS, sondern weist gewisse Ähnlichkeiten zu den frühen Fat Wreck-Tagen von NO USE FOR A NAME auf.

Mit dem erhöhten Mitgrölfaktor kommen auch die potenziellen Hits zum Vorschein. „When I Reach the Age of Shaving“ ist deren Gipfelsturm und dazu einer der besten Songs der Band. Dazu das ungewöhnliche „Meeting by the Crossroads“, stimmlich und an der Orgel unterstützt durch Robert Jelinek (THE CREEPS), der auch Koproduzierte. Da kommt Stimmung auf, die sich bei allzu durchschaubaren Beiträgen aber relativiert, wenn nicht gar zerstreut. Die Platte hat eindeutig ihre Momente, wird den erkennbaren (amerikanischen) Vorbildern aber nicht konstant gerecht. Es bleibt also ungeachtet starker Tracks alles beim Alten. Schweden-Core Galore, aber eben nicht „at its best“.

Wertung: (7 / 10)

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