Pridebowl / Adhesive – No Better, No Worse (1997, Bad Taste Records)

pridebowl-adhesive-no-better-no-worseIn den späten Neunzigern, als der Punk für eine Weile wieder salonfähig war, herrschte ein schieres Überangebot empfehlenswerter Künstler vor. Neben all den amerikanischen Combos, die über Fat Wreck, Epitaph, Nitro oder Hopeless zu uns herüberschwappten, bot Europa selbst eine Vielzahl qualitativ beachtlicher Vertreter. Zum Aushängeschild avancierte Schweden, wo Burning Heart und Bad Taste gleich reihenweise Bands förderten, die sich ihre Reize bis heute bewahrt haben. Zum erlesenen Zirkel jener Formationen zählen PRIDEBOWL und ADHESIVE, die 1997 für die Split „No Better, No Worse“ gemeinsame Sache machten.

Die ersten drei – abseits der B-Seiten-/Rare Track-Compilation „Yesterday’s End“ auf keinem regulären Album zu findenden – Songs gehen auf die Kappe von PRIDEBOWL. Deren Nähe zu den US-Vorbildern bleibt u.a. auch deshalb beständig spürbar, weil Sänger Aaron Goulding aus Kalifornien stammt. Das eröffnenede „Five Points to Stardom“ gibt sich verhältnismäßig derbe und wahrt nicht allein durch den wuchtigen Bass deutliche Nähe zum Hardcore. Ein Klasse Einstand. „Brainwashing School“ geht es melodischer an und bietet schnörkellosen Punk-Rock, der ebenfalls Lust auf mehr macht. „Capitol Hill“, der schwächste Teil des Track-Trios, zeugt wieder mehr von der Verwurzelung im Hardcore und bringt zudem schwer rockende Gitarren ein. Für Fans eine sichere Bank.

Nach exakt sechs Minuten übernehmen ADHESIVE das Feld und pulverisieren mit „Character-Builder“, einem der größten Hits ihrer famosen zweiten Platte „From Left to Right“, erst einmal jede durch den Vorgänger „Sideburner“ entstandenen Erwartungen. Politischer Hardcore-Punk mit Schmiss, Tempo und kämpferischen Singalongs. Die verbliebenen beiden Beiträge „Anthem“ und „Heads, You Lose, Tails, I Win“ werden darauf in sportlichen 134 Sekunden abgefrühstückt und entstammen soundtechnisch nur zu offensichtlich den Aufnahmesessionen zu „From Left to Right“. Als exklusive Tracks dieser Split bilden sie eine stimmige Ergänzung, wenn insbesondere der zweitgenannte aber nicht an die Güte des Langspielers anknüpfen kann. Unter dem Strich tragen zwei starke Bands sechs Songs in weniger als 10 Minuten vor. Als Qualitätsmerkmal – und Appetithappen – sollte das locker genügen.

Wertung: (7 / 10)

scroll to top