Absurd (I 1981)

absurdeastmanDer von George Eastman („Man-Eater“) verkörperte Charakter rennt durch einen Park und wird von einem anderen Mann (Edmund Purdom) verfolgt. Dabei macht der Bauch des Erstgenannten unschöne Bekanntschaft mit dem spitzen Gartenzaun der Familie Bennett, so dass die Eingeweide unschön (und sehr günstig getrickst) offenbart werden. Im Krankenhaus wird der geheimnisvolle Mann wieder zusammengeflickt. Allerdings bemerkt der operierende Arzt, dass der Unbekannte die Fähigkeit besitzt, sein Gewebe anormal schnell regenerieren zu lassen. Nebenbei nimmt auch sein Gehirn an Masse zu, was aber, der weitere Handlungsverlauf wird es verdeutlichen, nicht unbedingt seine Intelligenz potenziert.

Sgt. Ben Engleman (Charles Borromel) trifft nebenbei den zugeknöpften Verfolger aus dem Park, der sich als griechischer Priester entpuppt. Er erzählt dem Cop im Krankenhaus – wie auch immer alle Beteiligten dorthin gekommen sind – die schockierende Geschichte um den bärtigen Hünen, der beim zuständigen Standesamt als Mikos Stenopolis eingetragen ist und nichts anderes ist als eine radioaktiv verseuchte menschliche Killermaschine! Vom griechischen Militär gejagt und für tot erklärt, nachdem er von einer Klippe ins ägäische Gewässer stürzte, landete er auf einem Schiff, tötete die Besatzung und gelangte nach Amerika (!).

Woher der Geistliche, anscheinend als einziger, von dieser tollkühnen Rettungsaktion des Ouzo-Terminators weiß, will der Cop nicht wissen. Allerdings labert er dem guten Mann ein Kotelett an die Backe, woher dieser so gut über die Eigenschaft instabiler Atomkerne, die sich spontan unter Energieabgabe umzuwandeln wissen, unterrichtet zu sein scheint. Seine Antwort darauf ist einfach nur göttlich. Na ja, nicht nur, denn: „Ich diene Gott als Forscher und Biochemiker mehr als durch fromme Reden.“ Heiliger Souvlaki, lobet das Megamind hinter diesem Drehbuch! Der Doktor weiß dazu noch zu berichten, dass das Biest nur aufzuhalten ist, wenn sein Gehirn großzügig atomisiert wird. Das erklärt wohl weshalb „Rosso Sangue“, so der Originaltitel, in Italien auch als „Zombi 6“ (!) vertrieben wurde.

Doch schwenken wir herüber zu den sympathischen Bennetts (die mit dem Gartenzaun): Mr. und Mrs. Bennett (Ian Danby, Hanja Kochansky), Sohnemann Willy (Kasimir Berger) und seine große Schwester Katia (Katya Berger). Letztere ist seit einem Unfall ans Bett gefesselt (im wahrsten Sinne des Wortes), was die Tragödie herauf beschwor wird mit keiner Silbe erwähnt. Wir spulen mal großzügig vor, denn alle Absurditäten (der Titel ist Programm!) der fortlaufenden Handlung aufzuzählen würde allein der Langeweile zutragen. Irgendwann türmt der Radioactive Man und landet auf seiner Flucht natürlich in der Villa der Bennetts, wo er die Babysitterin im Ofen brät und am Schluss die Quittung für sein tadeliges Verhalten erhält.

Die wirre Aneinanderreihung von Abstrusitäten, die hier eine unterhaltende Geschichte im üblichen Sinne ersetzt, ist so paradox, dass sie fast schon wieder lustig ist. Die folgende Szene soll uns als Präzedenzfall dienlich sein: Wir sehen den grunzenden Mikos eine dunkle Straße entlang schlendern, als hinter ihm eine Gruppe Motorradfahrer auftaucht. Er stürzt sich (gleich zweifach) in die tarnenden Büsche und lauert einem der motorisierten Radler („Dellamorte Dellamore“-Regisseur Michele Soavi) auf. Doch bevor er zum Sprung auf das nichtsahnende Opfer ansetzen kann, rammt ihn ein vorbeifahrendes Auto, an dessen Steuer – welch´ Koinzidenz – Mr. Bennett sitzt!

Ähnlicher Unsinn prasselt im Minutentakt auf den Zuschauer hernieder. Mit einem Mindestmaß an Promille im Blut wird das gewiss amüsanter ausfallen. Aber die Eskapaden des stummen Ungeheuers sind mehr als günstig umgesetzt worden, wie es sich aber für einen Joe D´Amato nun mal gehört. Die Polizeistation etwa ist ein kleines Zimmer mit einer Karte an der Wand und als OP-Saal dürfte der etwas größere Raum nebenan gedient haben. Außer George Eastmans Performance – was kann der Mann hirnlose Meuchelmörder spielen! – ist in dieser auch als „Man-Eater“ Fortsetzung proklamierten Gurke nichts der Rede wert. Ein typischer D´Amato eben.

Wertung: (2,5 / 10)

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