A Better Tomorrow III – Love and Death in Saigon (HK 1989)

abettertomorrow3Wenn Filmemachern partout nix neues mehr einfallen will, werden eben Fortsetzungen gedreht. In Hongkong ist das wie in Hollywood, was „A Better Tomorrow III“ beweist, den Tsui Hark („Peking Opera Blues“), Produzent der beiden Vorgänger, ohne das Mitwirken John Woos drehte. Während der Post-Produktion zum zweiten Teil hatten sich die erfolgreichen Geschäftspartner überworfen. Eine weitere Zusammenarbeit sollte es nicht geben. Ohne die Mitwirkung Woos, der den schwachen zweiten Aufguss allein wegen des glänzenden Showdowns zu retten vermochte, schien der Stoff verloren.

Da hilft auch Chow Yun-Fats Rückkehr als Mark Gor nicht, der in einer zäh- wie überflüssigen Vorgeschichte den bereits im Original getöteten Sympathieträger wiederbelebt. Hark, der auch das Drehbuch schrieb, verlagert die Handlung ins Jahr 1974. In den ausgehenden Wirren des Vietnamkriegs verschlägt es Mark als jungen Glücksritter nach Saigon, wo er mit seinem Vetter Michael (ausdruckslos: Tony Leung Ka Fai, „The Prisoner“) das große Geld zu machen hofft.

Sie paktieren mit Flintenweib Kitty (Anita Mui, „Moon Warriors“), einer Femme Fatale wie aus dem Bilderbuch, die allerorten ihre Finger in schmutzigen Geschäften hält. Ein großes Problem ist dabei die mangelnde Glaubwürdigkeit. Obwohl an Originalschauplätzen gedreht, drängt sich der Eindruck der Kriegsjahre nur in den eingeworfenen Bildbrocken von militärisch niedergeschlagenen Protestmärschen und willkürlicher Besatzungsgewalt auf. Doch selbst diese Versuche, in denen sich durchaus eine kritische Haltung abzeichnet, wirken halt- und substanzlos.

Gegen die Langatmigkeit des Plots ist kein Kraut gewachsen. Der Gefahr entzieht sich das Gespann nach Hongkong, wo eine tragische Dreiecksbeziehung anmutet. Als sich Kitty dann auch noch mit ihrem früheren Geliebten zusammenrauft, steht im kurz vor dem Fall befindlichen Saigon die klärende Auseinandersetzung auf dem Plan. Als Regisseur ist Tsui Hark eine Bank. Die Einfallslosigkeit der Inszenierung aber erschreckt. Die meist unblutige Action wirkt statisch und, gemessen an den Vorläufern, sträflich unspektakulär. Der solide Chow Yun-Fat kann das mit Schwulst und gestelzten Emotionen überfrachtete Melodram auch nicht retten. Somit bleibt kaum mehr als ein geradewegs ärgerlicher Abklatsch.

Wertung: (3 / 10)

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