Heroes Shed No Tears (HK 1986)

heroes-shed-no-tearsAuch die großen haben klein angefangen. So wie Hongkongs Action-Maestro John Woo („A Better Tomorrow“), der drei Jahre vor seinem Durchbruch das ruppige, erst mit dem Ruhm herausgebrachte Söldnerfilmchen „Heroes Shed No Tears“ kredenzte. Dies in Deutschland – natürlich in arg gekürzter Fassung – unter dem Titel „Blast Heroes“ veröffentlichte Frühwerk ist kaum mehr als eine Fingerübung des Meisters, der sich aufgrund anhaltender Querelen mit Produzent Raymond Chow („Police Story“) vom finalen Produkt distanzierte.

Vertraglich war Woo verpflichtet, für das populäre Studio Golden Harvest noch einen Film zu drehen. Das ihm zugedachte Skript aber gefiel dem Regisseur in seiner Fülle an Nacktheit und Humor gar nicht. Also schrieb er es eigenhändig um, verfilmte den Stoff nach seinen Vorstellungen und geriet mit Chow aneinander. Der schasste Woo, verordnete Nachdrehs und brachte nackte Haut und deplatzierte Komik zurück. Das damit einhergehende Ungleichgewicht schadet dem Film spürbar, doch bleibt die Handschrift des gefeierten Dirigenten der Gewalt unverkennbar.

Mehr als ein paar geschickt in Blut getauchte Schießereien gibt es allerdings nicht zu bemerken. Wenn der chinesische Söldner Kirk (Eddy Ko, „Angel Force“) mit Kind, Kegel und Waffenbrüdern im Goldenen Dreieck einläuft und einen Drogenbaron gefangen nimmt, gerät die Flucht zum Himmelfahrtskommando. Denn neben den Gefolgsleuten der Geisel rückt ihnen auch ein (dank Kirk) einäugiger Militäroffizier auf die Pelle. Herbe Verluste auf allen Seiten sind damit unweigerlich vorprogrammiert.

Das martialische Geschnetzel ist recht billig umgesetzt, hält durch hübsch heftige Daueraction aber solide bei der Stange. Auf charakterliche Tiefe, geschweige denn Logik wird keine Rücksicht genommen, schließlich wird nach allen Regeln des exploitativen Gewaltkinos gemordet und gestorben. Entgegen des markigen Titels vergießt der sensible Killer Kirk am Ende, wenn er geschunden, das Weib erschossen, aber doch noch ein Bächlein Tränen aus den verkrusteten Augen. Da sag‘ noch einer, in Actionfilmen würden keine Gefühle gezeigt.

Wertung: (5 / 10)

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