7Years – Lifetime (2017, Morning Wood Records/No Reason Records)

Punk-Rock muss nicht schnell und heftig sein. Es geht auch anders. Das beweisen die italienischen Genre-Veteranen 7YEARS mit ihrem dritten Studioalbum „Lifetime“, auf dem sie einen ausgeprägt rockigen, an Bands wie NATIONS AFIRE erinnernden Sound pflegen. Das bedeutet selbstredend nicht, der Vierer würde auf gepflegten Radau verzichten. Nur treibt sie dabei keine Eile. Der eröffnende Titeltrack ist ein gutes Beispiel, um den Charakter der Platte zu erfassen. Das Stück geht gut und zünftig rockend nach vorn, startet aber nie so weit durch, als dass sich daraus eine rein auf Geschwindigkeit ausgerichtete Drei-Akkorde-Party ergeben würde.

Überhaupt gehen es die Jungs häufig zurückhaltend an, um auch die unterschwellige Emotionalität ihrer Stücke angemessen ausschöpfen zu können. Dabei behilflich ist LAGWAGON-Frontmann Joey Cape, der bei „Never Down“ als Gastsänger fungiert. Dass sich 7YEARS – wie etwa „All Alone“, das starke, von F.O.D.-Sänger Hans Roofthooft stimmlich unterstützte „DIY or Die“, „No Lyrics“, „Here and Now“ oder das mit Rock’n‘Roll-Touch versehene „Punk Rock Daddy“ zeigen – nicht allein zwischen den Stühlen von NO USE FOR A NAME und STRUNG OUT sichtlich gut aufgehoben fühlen, sondern ihre Einflüsse möglichst breit streuen, verdeutlichen vereinzelte Abstecher Richtung Indie-Rock.

Neben „For Better or For Worse“ zeigt das vor allem „Hangover of Happiness“, das durch zusätzliche, seicht poppige Einschläge an die frühen MOTION CITY SOUNDTRACK erinnert. Nun könnte man den Südeuropäern vorwerfen, von allem etwas und nichts wirklich umfänglich aufzutischen. Doch selbst wenn der sprichwörtliche rote Faden mitunter fehlt, zu entdecken gibt es auf „Lifetime“ genug, um den aufgeschlossenen Punk-Rocker auch beim wiederholten Durchlauf noch bei Laune zu halten.

Wertung: (7 / 10)

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