The Swordsman – Das magische Schwert (USA/CAN 1992)

Lorenzo Lamas („Renegade – Gnadenlose Jagd“) als Reinkarnation von Alexander dem Großen? Wer glaubt, diese Prämisse könne in reizvolle B-Unterhaltung münden, der möge „The Swordsman“ – und diese Zeilen – als Warnung begreifen! Denn der von Michael Kennedy („Red Scorpion 2“) auf den Schultern von „Highlander“ heruntergekurbelte Fantasy-Langweiler lässt markige Action deutlich zu kurz kommen und versucht stattdessen, eine Geschichte zu erzählen. Das mag im Ansatz ehrbar erscheinen, gründet sich hier aber auf eine Ansammlung trivialer Vorhersehbarkeiten, in denen Lamas als langmähniger Cop Andrew Schwerter und Degen schwingt.

In Visionen sieht er sich selbst in Duelle mit scharfer Klinge verstrickt, die in mittelalterlichen Bauten stattfinden. Dass das Ganze mit dem Schwert Alexanders des Großen zusammenhängt, der sich (laut Einleitung) mit dem sagenumwobenen Kampfwerkzeug in weiser Voraussicht einer Wiedergeburt bestatten ließ, liegt glasklar auf der Hand. Zumindest für den Zuschauer. Andrew braucht hingegen fast den gesamten Film, um zu dieser Konklusion zu gelangen. Davor steht Archäologin Julie (Claire Stansfield, „The Sweeper“), die besagtes Schwert als Teil einer Lieferung mit Antiquitäten aus Europa erwartet. Allerdings wird die magische Waffe von zwei Fieslingen entwendet.

Weil es dabei einen Toten gibt, wird Andrew damit betraut, Julie zu bewachen. Da passt perfekt ins Bild, dass sie fest an den Wahrheitsgehalt der Alexander-Legende glaubt. Bis die beiden aber ihre Geheimnisse tauschen, gilt es reichlich Leerlauf zu überbrücken. In dem geben Leiche mit mysteriösen Stichwunden Rätsel auf. Mittels Berührung der Toten kann Andrew Erscheinungen anknipsen, die ihm Fragmente des Hergangs zeigen. Die Spur führt ihn bald zum Fechtclub von Stratos (Michael Champion, „Total Recall“). Der organisiert in einer Lagerhalle mit reichlich Gegenlicht Duelle, die mit spitzer Klinge geführt werden. Zudem ist er irgendwie mit Julie verbandelt. Das fällt Andrew aber erst auf, als er ihr längst nähergekommen ist.

Im Grunde ist „The Swordsman“ ein ärgerlicher Film. Vorrangig, weil sich nichts bewegt. Der schale Plot trippelt auf der Stelle, Lorenzo Lamas spielt im Halbschlaf und die solide choreographierten Duelle sind zu spärlich gesät, als dass sie rettend in die Waagschale geworfen werden könnten. Auf dem Weg zum ärmlichen Showdown muss Andrew seine fragmentarisch über ihn kommenden Visionen ganzheitlich ergründen. Also besteht er darauf,  dass ihm sein Therapeut eine unerprobte Droge verabreicht. Auch diese Entwicklung wird mit großem Vorlauf angekündigt und unter Ereignislosigkeit begraben, bis sie plötzlich Relevanz erhält. Der billige Reißer mit Fantasy-Touch will mehr sein als ein bloßer B-Actioner. Nur verwechseln die Macher dabei Spannung durchweg mit Langeweile.

Wertung: 2.5 Stars (2,5 / 10)

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