Shadow und der Fluch des Khan (USA 1994)

shadowfluchdeskhanAls fantasievoll berieselnde Popcorn-Unterhaltung ein gestandenes Vergnügen, bleibt „Shadow und der Fluch des Khan“ seine Berechtigung bis heute dennoch schuldig. Der Rächer im/als Schatten, 1930 erstmals als Radio-Krimi ausgestrahlt, gilt als Vorvater von dunklen Vigilanten wie Batman. Bis in die 60er Jahre hinein ging „The Shadow“ in Rundfunk, Comics und Groschenromanen auf Verbrecherjagd. Selbst innerhalb der USA geriet er allmählich in Vergessenheit. Bis er 1994 im Kino auferstand.

Die Leinwandabenteuer der Superhelden begründen ihr Dasein mit der Popularität und dem konstanten Interesse einer treuen Fangemeinde. Als das Produzentengespann Bregman/Baer („Carlito´s Way“) rund 45 Millionen Dollar auftrieb, um die Wiederbelebung des angestaubten Klassikers zu finanzieren, war ein Erfolg zweifelhaft. Tatsächlich blieben die Reaktionen des Publikums verhalten und der Film avancierte in den USA zum Flop. Die Nostalgische Ausstattung des New Yorks der 30er Jahre, die hübsch naive Grundhaltung des Plots und die gelungenen Tricks aber nähren einen gesteigerten Gefälligkeitsfaktor.

Tagsüber ist Lamont Cranston (Alec Baldwin, „The Getaway“) ein ebenso reicher wie gelangweilt wirkender Lebemann. Bei Nacht allerdings wird er zum maskierten Shadow, der die Gedanken anderer Manipulieren kann und darum unsichtbar erscheint. Einst war er ein Tyrann und Drogenbaron, wurde von einem buddhistischen Meister jedoch bekehrt und zum Streiter der Gerechtigkeit ausgebildet. Gefragt sind seine Kräfte, als Shiwan Khan (John Lone, „Der letzte Kaiser“), Nachfahre des legendären Mongolenherrschers Dschinghis Khan, mit den gleichen telepathischen Fähigkeiten wie Cranston ausgestattet in den Big Apple reist.

Mit Charme und Ironie inszenierte „Highlander“-Regisseur Russell Mulcahy ein leichtfüßiges Fantasy-Abenteuer, bei dem die prominenten Akteure merklich hinter den Schauwerten zurückstehen. Als Love Interest des düsteren Helden fungiert Penelope Ann Miller („Das Relikt“), die ihn als Tochter des Wissenschaftlers Lane (Ian McKellen, „Der Herr der Ringe“) um Hilfe bittet. Der soll für Khan eine Atombombe bauen und ihm damit absolute Macht verschaffen. Bis es zur finalen Konfrontation der Widersacher kommt wird visuell aus dem Vollen geschöpft und für jung und alt ausreichend Spektakel geboten, um den reanimierten Helden nicht gleich wieder zu vergessen.

Wertung: 7.0 Stars (7,0 / 10)

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