Pascow – Alles muss kaputt sein (2010, Rookie Records)

pascowkaputtDie Pfalz ist im Aufwind. Der FCK ist nach einer mehrjährigen Durststrecke wieder im Oberhaus angekommen und auch PASCOW wagen mit ihrem vierten Album einen weiteren Schritt in ihrem Leben. „Rookie Records“ heißt die neue Heimat, so dass der Name des Quartetts nun hoffentlich etwas weitere Kreise zieht. Es wäre ihnen zu wünschen, denn derart ehrlichen und mitreißenden Punkrock aus Deutschland bekommt man eben nicht allzu häufig vorgesetzt.

„The Strongest Of The Strange“ fegt eingangs äußerst schnell und hart über den Hörer hinweg. Harmonischer und melodischer, gerade was den Gesang angeht, dann „Äthiopien die Bombe“. Auch textlich ist das wieder außerordentlich gut was die Jungs hier abgeliefern. Clever, kritisch, auch melancholisch, vor allem aber frei von Plattitüden. „Ich bin dann mal durch“ erinnert in seiner Form an „MFG“ der FANTA 4 bzw. ein Schuss NDW schimmert durch. Zumindest bis das Quartett im Refrain die Keule hervorholt. Vom Stil her anders, aber ungeheuer mitreißend. Gleiches gilt für „Wenn Mila schläft“. Hier kommen mir irgendwie ältere MUFF POTTER in Sinn. Für mich ein Highlight des Albums. Ganz großes Kino später bei „Mond über Moskau“, wenn sich Gesang und Geschrei parallel ein Duell der besonderen Art liefern. Hier will man einfach voller Inbrunst seine Fäuste recken und mitgrölen. Einzig die kurzen englischen Passagen in manchen Songs wirken für mich – wie bei vielen anderen Bands aber auch – eher störend. Wobei dies die Songs nicht wirklich schlechter macht, da jeder einzelne Titel mit seiner Energie einfach mitreißt,

Auch wenn es vielleicht nicht der Plan war, ins Rennen um das deutschsprachige Punkrockrockalbum 2010 haben sich PASCOW mit „Alles muss kaputt sein“ unweigerlich gebracht. Die superbe, druckvolle Produktion von Mr. Ebelhäuser spielt ihnen dabei ebenfalls in die Karten. Ganz großer Streich, hier sitzen Herz und Hirn definitiv an den richtigen Stellen.

Wertung: 9.0 Stars (9,0 / 10)

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