Lucky Number Slevin (USA/D 2006)

lucky-number-slevinSlevin (Josh Hartnett, „Hollywood Cops“) hat nicht gerade seinen besten Tag: Er verliert seinen Job, seine Freundin betrügt ihn und als er Unterwegs zu einem Freund in einer anderen Stadt ist, um den Kopf frei zu bekommen, wird er auch noch überfallen. Doch der Tag wird und wird nicht besser: Allein in der Wohnung, wird Slevin neben der Nachbarin (Lucy Liu, „Drei Engel für Charlie“) auch von den Schlägern zweier rivalisierender Gangsterorganisationen abgeholt und zu den Bossen (Ben Kinglsey, „Gandhi“ / Morgan Freeman, „Die Verurteilten“) gebracht. Denn Slevins Freund schuldet beiden Organisationen Geld – und die halten Slevin jetzt für ihn.

„Lucky # Slevin“ ist einer dieser Filme, bei denen man nicht ganz genau weiß, ob es sich um einen Thriller oder eine Komödie handeln soll. Teilweise geht der Streifen mit genreüblicher Härte zur Sache, dann wieder stehen teils geschliffene und pointierte Dialoge im Vordergrund. Zwar stellt sich zu Anfang und vor allem am Ende ein klares Übergewicht zu Gunsten der Thrillerelemente ein, im Hauptteil jedoch wird die Gewalt oft durch eine gewisse Leichtigkeit überspielt.

Das hängt vor allem an den Darstellern. Ben Kingsley, spätestens seit „Species“ dafür bekannt auch mal einen schlechten Tag zu haben, hat hier einen verdammt guten erwischt. Morgan Freeman zeigt einmal mehr routiniert, dass er einer der großen Männer des guten alten Monologs ist. Und auch Bruce Willis („Pulp Fiction“) zeigt sich von seiner besseren Seite. Und wenn sogar Josh „Pearl Harbor“ Hartnett mal seine Texte mit Hingabe spricht, dann ist das schon ein verdammt positives Zeichen. Einzig Lucy Liu stößt bei der ungewöhnlich hohen Textmenge gelegentlich an ihre Grenzen. Aber darüber kann man großherzig hinwegsehen.

„Lucky # Slevin“ ist vielleicht kein neuer Guy-Richie-Film, aber als zu mehr als einer einfachen Videopremiere hierzulande hätte es für Paul McGuigans („Gangster No. 1″) höchst unterhaltsamen Streifen schon gereicht. Die Darsteller, darunter auch Stanley Tucci („Terminal“) und Danny Aiello („Leon – Der Profi“), ziehen überwiegend alle Register ihres Könnens und auch das Drehbuch ist stimmig. Zwar ist der ein oder andere Dialog etwas zu lang geraten, insgesamt bleibt jedoch ein äußerst sympathischer kleiner Film, der ein größeres Publikum verdient hätte als er durch seine Videoverwertung wohl erreichen wird.

Wertung: (7,5 / 10)

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