The Crow: Wicked Prayer (USA 2005)

the-crow-wicked-prayer„The Crow“ ist ein moderner Klassiker des Actionkinos. Auf die Nachfolger trifft dies nicht zu. Wo Part zwei zumindest noch in optischer Hinsicht überzeugte, war Aufguss Nummer drei nur mehr ein B-Movie ohne Eigenimpulse. Mit dem Folgeteil „Wicked Prayer“ wird der Gipfel der Unverschämtheit erklommen. Der überflüssigste und hoffentlich letzte Nachklapp einer Reihe, deren brillantes Original keiner Nachfolger bedurft hätte, ist ein filmischer Totalausfall. Aber die Show muss weitergehen. Manchmal, wie im vorliegenden Fall, hätte sich der Vorhang besser nicht noch einmal gehoben.

Das Opfer ist diesmal Edward Furlong („Terminator 2“). Als Jimmy Cuervo wird er von seinem ehemaligen Knastkumpan Crash („Angel“-Darsteller David Boreanaz) und seiner Gefolgschaft brutal getötet. Denn die Täter, ausgestattet mit solch fantasievollen Namen wie War (Marcus Chong, „Matrix“) oder Pestilence (Yuji Okumoto, „Mean Guns“), sind Satanisten. Und weil das Liebchen des Anführers (Tara Reid, „Party Animals“) die Welt gern mit den Augen einer Seherin betrachten würde, ist Jimmys indianische Freundin Lilly (Emanuelle Chiriqui, „Wrong Turn“) auch des Todes. Durch die Ermordeten wollen die okkulten Wüstlinge dämonische Kräfte entfesseln. Bevor sie das teuflische Ritual aber vollenden können steht der von den Toten auferstandene Jimmy auf der Matte, um kostümiert und mit Krähe im Gepäck Vergeltung zu üben.

„Six String Samurai“-Regisseur Lance Mungia gelingt das Kunststück, einen Streifen ohne jeden Wert geschaffen zu haben. Die Umsetzung ist einfallslos, der Look bewegt sich auf TV-Niveau und das Darstellerensemble bleibt jeder Überzeugungskraft fern. Allein der peinliche Gastauftritt von Altstar Dennis Hopper („Frankie the Fly“) als fluchender Satansjünger ist einzig mit Alterssenilität zu erklären. Von der morbiden Atmosphäre der Comicvorlage, geschweige denn der visuellen Brillanz von Alex Proyas’ Originalfilm, fehlt jede Spur. Stattdessen wird die krude Geschichte mit erzählerischen Schnipseln aufgeladen, die mit dem eigentlichen Rachefeldzug der Krähe nichts zu tun haben.

Weil die Handlung in einem Indianerreservat angesiedelt ist, dürfen kulturelle Streitigkeiten natürlich nicht ausbleiben. Die Ureinwohner, deren Land von Minenbetreibern geplündert wird, wehren sich gegen den Raubbau. Jedoch nicht aus naheliegend ethnologischen Gründen, sondern aus dem Wunsch heraus, ein Casino zu errichten. Endgültig steigt den Machern das Feuerwasser zu Kopf, als der fehlbesetzte TV-Star Boreanaz nach vollzogener Weihe vom Leibhaftigen in Beschlag genommen wird. Die arg feminin geschminkte Krähe aber ist zur Stelle, um dem Höllenfürsten die Stirn zu bieten. „The Crow: Wicked Prayer“ ist geistloser Trash zum abgewöhnen – ein Film, so schlecht, dass es schmerzt.

Wertung: (2 / 10)

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