Sin City 2: A Dame to Kill For (USA/CY 2014)

sin-city-2„Death is just like life in Sin City. It always wins.“ – Nur mehr eine Erinnerung: Hartigan

Sin City ist die Stadt, die niemals schläft. In dunklen Straßenschluchten sind Unmoral und Verbrechen zu Hause. Das Recht des Stärkeren macht diesen Schmelztiegel aus Freaks und Gangstern zum Haifischbecken. In ihm bestehen kann nur, wer ohne Skrupel ist. Gewalt ist nicht allein Mittel zum Zweck, sondern Lebenselixier. Auch für Marv (Mickey Rourke, „The Wrestler“), jenen vernarbten Hünen, der keinen Konflikt scheut. Er ist einer der markanten Protagonisten aus Frank Millers Comic-Kosmos. Dessen gezeichnete Vorlage, eine schwarz-weiße Melange aus Pulp-Thriller und Film Noir, findet mit „A Dame to Kill For“ ihre zweite Verfilmung.

Die stilisierte Inszenierung besorgte Miller in Kooperation mit Robert Rodriguez („Machete“), der bereits den 2005 vorgestellten Erstling drehte. Mit „The Spirit“ adaptierte Miller anschließend die Arbeit des Kollegen Will Eisner fürs Kino und bediente sich jener visuellen Stilistik, die Rodriguez und er als eigenwilliges Erkennungsmerkmal etabliert hatten. Die optische Aufregung aber hält sich beim „Sin City“-Sequel trotz ansprechend überzeichneter Schattierung und allgegenwärtigen Green Screen-Effekten in Grenzen. Denn mitunter wirkt der Film wie eine bloße Wiederholung des Vorgängers.

Ihren Reiz bewahren sich die episodisch verwobenen Geschichten durch die namhafte Besetzung – in Nebenrollen agieren u.a. Ray Liotta („Killing Them Softly“), Jeremy Piven („Mr Selfridge“), Rosario Dawson („Death Proof“), Christopher Lloyd („Piranha 3D“), Dennis Haysbert („24“) und Jaime King („Silent Night“) – sowie den zügellosen Einsatz von Sex und Gewalt. Den größten Raum nimmt die titelgebende „Dame to Kill For“ ein. Gespielt wird sie von Eva Green („300 – Rise of an Empire“). Deren Ava, eine Femme Fatale wie aus dem Bilderbuch, kontaktiert ihren Verflossenen Dwight (Josh Brolin, „Oldboy“) und manipuliert ihn, bis er sich genötigt sieht, sie aus einem Eheleben in Schmerz und Unterdrückung zu befreien. Mit tödlichen Konsequenzen.

Ebenfalls im Mittelpunkt des Geschehens steht Glücksspieler Johnny (Joseph Gordon-Levitt, „Looper“), der sich mit Senator Roark (Powers Boothe, „Deadwood“) anlegt und auf schmerzliche Weise lernt, das Blut keineswegs dicker als Wasser ist. Der skrupellose Politiker ist – wie die mit ihm in Hass verbundene Stripperin Nancy (Jessica Alba, „Fantastic Four“), deren Beschützer Hartigan (Bruce Willis, „Planet Terror“) sich opferte, um sie vor Roark zu schützen – eine von vielen Anlehnungen an den Vorgänger. Der bleibt der Fortsetzung trotz stattlichem Unterhaltungswert deutlich überlegen. Das liegt neben den weniger packend ausgestalteten Handlungssträngen auch an den nicht selten gestelzt wirkenden Off-Kommentaren der Protagonisten. Sehenswert und politisch unkorrekt ist „Sin City 2“ allemal. Allerdings geht ihm insgesamt einfach die progressive Radikalität des Originals ab.

Wertung: (6,5 / 10)

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