Zombie Killer (J 2008)

zombiekillerJapan in düsterer Zukunft: Seit Mad Scientist Dr. Sugita (Tarô Suwa) den Großteil der Weltbevölkerung zombifizierte, zieht Aya (Eri Otoguro) mit ihrem beleibten dauerhungrigen Sidekick Katsuji (Tomohiro Waki) durch die Lande. Die schweigsame, mit Superkräften ausgestattete Ninja-Kriegerin versucht nicht nur dem crazy Doc das Handwerk zu legen, sie jagt ebenso ihrer bösen Stiefschwester Saki (Chise Nakamura) hinterher, die den gemeinsamen Vater auf dem Gewissen hat. Auf ihrer Odyssee trifft das Duo auf Reiko (Manami Hashimoto), die nur ihrer magischen doppelläufigen Schrotflinte vertraut (magisch, weil sie selten mal nachgeladen werden muss). Diese befindet sich, welch Zufall, gleichfalls auf der Suche nach Sugita, da er ihre Tochter auf dem Gewissen haben soll. Doch nicht nur das, drehen doch Dr. Sugita und die böse Saki ein gemeinsames Ding, so dass man nun zusammen den Weg zum Showdown beschreiten kann.

Bis zu diesem müssen aber noch Terrabyte an CGI-Blut vergossen werden, da sich das Trio durch unzählige Zombiehorden zu Felde ziehen muss. Eine Cowboyhut und -stiefel tragende, Katana schwingende Heldin in Plüsch-Bikini inklusive einer drallen Mitstreiterin im engen Leder-Outfit kämpfen gegen die böse Antagonistin in knapper Schulmädchen-Uniform. Und gegen Zombies. Was soll da eigentlich noch schiefgehen? Der ganze Rest eventuell. Der auf dem unglaublich erfolgreichen japanischen Game „Onêchanbara“ (die Schreibweise variiert) basierende 83-minütige Hackspaß offenbart – wendet man(n) den Blick von den knackigen Ladies ab – leider zu viele Schwächen, um wirklich unterhalten zu können. Jeder, der sich auch nur das Cover anschaut, sollte sich natürlich sofort darüber im Klaren sein, dass solch eine Produktion ein formvollendetes Nüchts an Story innehat.

Regisseur Yôhei Fukuda hat es irgendwie versäumt, nebst all der zugegeben oft nicht uninteressanten Action auch mal die eine oder andere Szene hinzuzufügen, die auch nur nach Spannung riechen könnte. Und es gibt kaum was öderes als runtergeleierte Füllsequenzen, die anscheinend nur dafür gemacht worden sind, um vorgespult zu werden. Dass „Onechanbara: Zombie Bikini Squad“, so der treffende US-Titel, zuvor ein Spiel gewesen sein muss, demonstriert jede Actionszene bis in die Spitzen. Wenn Aya genau wie in der Vorlage übetrieben schnell die Klinge schwingt und das virtuelle Blut auf den Bildschirm knallt, dürften Fans der Spielreihe jauchzen. Und das trotz des nervigen aber für Billigproduktionen erschwinglicheren DV-Looks.

Die Zombies sind mal typisch blöd (wie sie nun sein sollten), mal aber auch mit so etwas wie Intelligenz begnadet, so dass sie doch auch mal sprechen und mit Waffen herumwirbeln. Viele dürften bei der Zombieaction sicherlich eine Lebenssaftorgie der Marke „Tokyo Gore Police“ erwarten, geht es doch auch in der Vorlage wenig zimperlich ab, wo diverse Körperteile durch die Luft herumschwiren. In der Verfilmung müssen wir uns aber mit absolut mies getricksten und eher harmloseren Splattereinlagen zufrieden geben, wobei man das beschissene Pixelblut schon nach zwei Minuten einfach hassen muss. Hat man letzten Endes die erste Stunde Laufzeit irgendwie überlebt, folgt in den letzten 20 Minuten ein epileptisch knallbunter Endkampf, der mit zum Teil noch minderwertigeren Effekten daherkommt. Verwunderlich, dass da kein Power Ranger ins Bild huscht!

„Zombie Killer“ wird auch bei uns sein Publikum finden, selbst wenn er mit klassischer Zombiekunst sehr wenig bis gar nichts gemein hat. Macht aber nichts, da die Macher sicherlich eher die Fraktion der Asia Bikini- Leder- und Schulmädchenuniform-Fetischisten befriedigen wollten. Und die können sich sicherlich riesig darüber freuen, dass Aya & Co. in „Zombie Killer: Vortex“ nochmals vor die Linse durften.

Wertung: (3 / 10)

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