Wizo – Kraut & Rüben (1998, Fat Wreck)

wizo-kraut-und-ruebenEin WIZO-Output auf Fat Wreck genügte Fat Mike nicht. Auf verschiedenen Samplern des US-Kultlabels waren die Sindelfinger Deutsch-Punks nach „Uuaarrgh!“ noch vertreten, da lag es offenkundig nahe, ausgewählte Stücke des Genre-Imports für das nordamerikanische Publikum neu zu kompilieren. Unter diesem Vorsatz erschien 1998 „Kraut & Rüben“, eine EP mit acht handverlesenen Songs, die in Deutschland allesamt bekannt waren und in ihrer Bündelung daher hierzulande auch nicht weiter scherten.

Den Anfang macht das gelungene, mit schrägem Blockflöten-Einwurf versehenen DIE ÄRZTE-Cover „Annelise Schmidt“. Ihm folgen die starken englischsprachigen Beiträge „Closet“ (von der „Herrénhandtasche“-EP) und „Just Go“ (aus dem „Uuaarrgh!“-Fundus). Weiter geht’s mit der Adaption von France Galls „Poupée de Cire“ und dem Knaller „Quadrat im Kreis“, beide ebenfalls aus der „Herrénhandtasche“ gezogen. Mit „Stay Wild“, einem exklusiven Samplerbeitrag für das gleichnamige Magazin, folgt dann tatsächlich ein auch für deutsche Fans durchaus rarer Song, ehe „Weiter“ (von der Weihnachts-Split mit HI-STANDARD) zumindest diskussionswürdig das Erbe der RAF aufleben lässt.

Das finale „Überflüssig“ greift neuerlich auf „Uuaarrgh!“ zurück und besiegelt eine solide Quasi-Best-of, bei der die Chance auf eine wirklich ansprechende Scheibe jedoch vertan wurde. An weiteren packenden Tracks – auch in englischer Sprache – hätte es wahrlich nicht gemangelt, wie etwa „I Want You to Be Ma Girl“ oder „Different“ belegen. Aber sei es drum, so macht „Kraut & Rüben“ seinem Titel zumindest alle Ehre.

Wertung: (6 / 10)

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