Walking Tall: The Payback (USA 2007)

walkingtallpaybackStrahlemann und TV-Herkules Kevin Sorbo pfeift das hoh(l)e Lied der Selbstjustiz. Dazu kommt es, weil Sony Pictures Home Entertainment ein weiteres Kinoformat auf Verleihebene zu Tode melkt. Diesmal erwischt es „Walking Tall“, nach wahrer Begebenheit in den Siebzigern zur Filmtrilogie, in den Achtzigern zur Fernsehreihe und im neuen Jahrtausend zum müden Starvehikel für Ex-Catcher Dwayne ´The Rock´ Johnson gewachsen. Letztgenanntem folgt nun die Dutzendware für den Videomarkt. Die ist Sonys Ausschlachtungskonzept entsprechend gewohnt solide in Szene gesetzt, anbei aber kaum mehr als ein B-Movie zur beiläufigen Zeitverschwendung. Mehr indes war wohl auch kaum zu erwarten.

Der Plot bewegt sich in streng vorgezeichneten Bahnen: Weil Sheriff Prescott gegen die Proletenmafia seines texanischen Heimatnestes aufbegehrt, ereilt ihn der fremdverursachte Unfalltod. Daraufhin greift dessen Sohn Nick (Sorbo) zu Prügel und Schrotflinte, lässt sich zum Deputy ausrufen und spuckt den Schurken kräftig in die Suppe. Auf dem Papier hat das keine Längen, in der Realität dafür schon. Da wird Raum auf die Erläuterung der ohnehin hinlänglich bekannten Szenerie einer Kleinstadt im Würgegriff des Verbrechens vergeudet. Bewohner werden genötigt, erpresst oder gleich kaltgestellt. Und weil die Bundespolizei keine Notwendigkeit des Eingriffs erkennen will, muss der Gerechtigkeit eben eigenhändig auf die Sprünge geholfen werden.

Abseits zum Teil haarsträubender Unlogik – man betrachte allein die Ermordung des Sheriffs – lässt „Walking Tall: The Payback“ das erforderliche Tempo vermissen. Regisseur Tripp Reed („Manticore“) erzählt eine Geschichte, die trotz ersichtlichen Alibicharakters zu selten auf Action als Mittel der Unterhaltung setzt. Statt dessen wird der Ablauf des Remakes um die alleinerziehende FBI-Agentin Yvette Nipar („Submerged“) ergänzt, während vereinzelt eingestreute Explosionen und Handgemenge bei der Stange halten sollen. Spektakulär ist das nicht, gerade im einschlägige Westernmythen beschwörenden Showdown aber kompetent gemacht. Ruhe kehrt damit allerdings nicht ein, wurde doch fast zeitgleich ein dritter Teil abgedreht. Mit weitgehend gleicher Besetzung und der sicheren Prognose einer noch schwächeren Kopie der schwachen Kopie.

Wertung: (4 / 10)

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