Freak Out (GB 2004)

freak-outMerv: „Maybe I’m looking at the next Freddy, the new Jason.”
Looney: „Freddy Mercury and Jason Priestley? I love those guys.”

Der Amateurfilm ist ein herrlich sinnbefreites Pflaster der Unterhaltungskultur. Hochschulabsolventen und Quereinsteiger versuchen hier ihr Glück. Mit meist geringem Erfolg. Doch der Werdegang von Peter Jackson („Bad Taste“), der es vom Schmuddelfilmer zum Oscar-Ppreisträger brachte, überstrahlt die oft harte Realität. Was bleibt ist ein Traum – oder, wie im Falle von Christian James und Dan Palmer, ein handfestes Trashfeuerwerk. Das britische Duo investierte Herzblut und Nervenkostüm, um über vier Jahre sein Debüt „Freak Out“ fertig zu stellen, eine No-Budget-Produktion mit Wonne, Flachwitz und Kunstblut.

Darin hofieren und persiflieren sie von „Tanz der Teufel“ bis „Freitag der 13.“ einschlägig bekannte Horror- und Slasherfilme, schrecken aber auch nicht vor dem Spiel mit Klischees anderer Genres zurück. Im Zentrum stehen die Freunde Merv (James Heathcote, „Evil Aliens“) und Onkey (Co-Autor Dan Palmer, „Small Town Folk“). Der erste ist eingefleischter Fan von Kino- und Underground-Schockern aller Coleur, der zweite Angestellter eines schlecht laufenden Bowlingbetriebs. Ihr Leben stellt sich auf den Kopf, als Merv die Bekanntschaft des entflohenen Irren Looney macht. Der trägt zwar einen Leinensack über dem Kopf, kann sonst aber keiner Fliege was zu Leide tun. Zumindest, bis sein neuer Freund den Geistesblitz äußert, ihn in einen manischen Serienkiller zu verwandeln.

Der Zweck heiligt die Mittel in dieser geschmacklosen Groteske, die wiederholt den Charme älterer TROMA-Produktionen versprüht. Das bedeutet eine durchaus kompetente Inszenierung und den politisch unkorrekten Charakter eines „Toxic Avenger“. In der Hauptsache geht es albern zu, wenn der lispelnde Aushilfsmörder an den kleinsten Anforderungen eines echten Maniac scheitert. Da wird statt der obligatorischen Machete bevorzugt mit dem Bratenwender gewedelt und erst unter tatkräftiger Mithilfe Onkeys der erste Tötungsakt begangen.

Absurd, durchgeknallt und schwer unterhaltsam: „Freak Out“ ist ein wahnwitziges Debüt mit sich stetig übertreffenden Tiefschlägen. Das beginnt bereits beim schwarz-weißen Prolog, der Looneys Vergangenheit mit Western-Ästhetik verreibt und den Cowboyhut tragenden Vegetarierspross im Regen aus Wurstwaren Rache schwören lässt. Am Ende findet er so viel Gefallen an seiner Rolle, dass er tatsächlich zur reißenden Bestie wird. Also ist es an Merv und Onkey, den Tag zu retten und die eigene Frankensteinkreatur zur Hölle zu schicken. Und die Moral von der Geschicht’? Es gibt keine unschuldigen Larry Hagman-Fans!

Wertung: (6 / 10)

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