Viper – Coma Rage (1995, Roadrunner)

vipercomarageEs gibt diese Bands, die im Abseits des breiten Interesses Jahrzehnte währende Historie schreiben. Eine solche ist die brasilianische Speed-Metal-Combo VIPER. Bereits 1985 gegründet, ziehen sich die Umtriebe des Gespanns bei kleineren Auszeiten bis ins neue Jahrtausend hinein. Nachdem sie mit ihren ersten beiden Platten die südamerikanische Heimat aufgemischt hatten, folgte ab Anfang der Neunziger die Eroberung des Rests der Welt. Der Veröffentlichung in Japan folgte bald der Sprung nach Europa, wo sie auch in Deutschland schnell Zuspruch ernteten. Ihre vierte Scheibe „Coma Rage“ wurde gar über Roadrunner Records vertrieben.

Diese brachte mit dem deutlichen Hardcore-Einschlag eine markante Veränderung mit sich. Der Opener, Titelsong und gleichsam größterHar Hit der Platte gibt die Marschrichtung vor. Gegenüber ihres gewohnheitsmäßigen Vorgehens ist das Tempo gedrosselt, der Metal-Anteil zugunsten prägender Härte zurückgefahren. Das bedeutet wahrlich nicht, VIPER hätten sich vom etablierten Turbo-Metal abgewandt. Tracks wie „Somebody Told Me You´re Dead“ oder „Day Before“ geben exemplarisch die Grundhaltung der Band wider, während solche wie „The Last Song“ die Verbindung beider Genres eingehen. Ihr Meisterstück ist dies stimmige, von großen Refrains durchzogene Werk sicher nicht. Doch es verdeutlicht bis in die Coverversion des Sonny Curtis-Klassikers „I Fought the Law“, wie gut traditionelle Strukturen des Metal mit denen des Hardcore harmonieren. Auch nach mehr als zehn Jahren auf dem Buckel noch ein Lehrstück des melodiösen Krachschlagens.

Wertung: (7 / 10)

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