Universal Soldier: Regeneration (USA 2009)

universal-soldier-regeneration„Do you often contemplate the complexity of life?“ – Auf der Suche nach Antworten: Andrew Scott

Von „Regeneration“ kann beim dritten Ableger des Krawall-Actioners „Universal Soldier“ eigentlich keine Rede sein. Mehr schon von Kaputtsanierung. Die erste Fortsetzung „The Return“ lassen die Macher außen vor und ignorieren wohlweislich auch die beiden fürs Fernsehen gedrehten Ableger. Mit Roland Emmerichs Original von 1992 teilten die ohnehin nur den Titel. Die eigentliche Überraschung ist denn auch nicht der neuerliche Aufriss des Themas, sondern die Verpflichtung der beiden ursprünglichen Opponenten Jean-Claude Van Damme und Dolph Lundgren („The Mechanik“).

Beide mögen ihre besten Zeiten längst hinter sich haben – obwohl gerade Van Damme mit der selbstreflexiven „Hundstage“-Hommage „JCVD“ die Kritiker erstaunte – und auch hier nicht gerade den Gipfel der Schauspielkunst erklimmen. Dennoch, und da liegt das große Plus, steht der für rund 14 Millionen Dollar in Osteuropa gedrehte B-Actionfilm für die gute Zeit des Genres. Gemeint sind die mittleren Neunziger, als Stars der hinteren Garnitur noch mit Inbrunst und Herzblut durch stupide Pyro-Spektakel gehetzt wurden und in sympathischer, oft unfreiwillig komischer Manier die Muskeln spielen ließen.

Obwohl sich die Präsenzzeit von Van Damme und besonders Lundgren in Grenzen hält, sind sie unbestritten die Stars. Im zugegeben preiswerten Ambiente osteuropäischer Schrottkulissen (und dazu passenden Nebendarstellern) eigentlich auch kein Wunder. Besonders wunderlich gibt sich indes die Story, die Revoluzzer Topov (Zahary Baharov) und seine Mannen Tschernobyl einnehmen lässt. Dem folgt die Drohung einer fatalen Reaktorsprengung, sollte der Präsident die ihm gestellten Forderungen nicht erfüllen. Zur Sicherung seiner Interessen hat der Schurke den Mad Scientist Colin (Kerry Shale, „Code 46“) verpflichtet.

Der hat das UniSol-Programm, bei dem Tote zu Supersoldaten umfunktioniert werden, in Heimarbeit verfeinert und den schier unbesiegbaren Hünen NGU (Andrei „The Pit Bull“ Arlovski) geschaffen. Gegen ihn haben die paktierenden russischen und amerikanischen Truppen – inklusive der ihrerseits eingesetzten UniSols – nicht den Hauch einer Chance. Helfen kann da nur noch einer: Luc Deveraux (Van Damme), Vorzeige-Kunstsoldat und gebeutelter Aussteiger. Seine Tage, geprägt von Gedächtnisverlust und mühseliger Menschwerdung, fristet er in der Schweiz. Die Kampfmaschine von einst ist aber längst nicht begraben, so dass er in die Krisenregion geschafft und zum Aufräumen verdonnert wird.

„Universal Soldier: Regeneration“ ist schlichte Unterhaltung. Aber wenn es darauf ankommt, nämlich beim zünftigem Radau, spielen Regisseur John Hyams und sein die Kamera führender Vater Peter (drehte mit Van Damme „Timecop“ und „Sudden Death“) ihre Karten richtig aus. Mit der nötigen Rasanz fliegen Fetzen und Körper, wird Kunstblut vergossen und die Kulisse zerdeppert. Da kommt schließlich Lundgren ins Spiel, dessen Andrew Scott von Colin geklont und zum Finale in die Schlacht geschickt wird. Mit Van Damme, der zuvor in bester Ego Shooter-Manier (ohne Schnitt) ein Gebäude erstürmen darf, boxt er sich gleich (partiell gedoubelt) durch verlotterte Interieurs, dass es nur so kracht. Das ist sicher einfältig, dabei aber hart, schnörkellos und trotz jeden Stumpfsinns einfach erfreulich gelungen.

Wertung: 6 out of 10 stars (6 / 10)

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