Universal Soldier: Day of Reckoning (USA 2012)

universal-soldier-day-of-reckoningPlötzlich waren sie zurück. 17 Jahre nach dem ersten Aufeinandertreffen standen sich Jean-Claude Van Damme und Dolph Lundgren in einem weiteren „Universal Soldier“-Streifen gegenüber. Der 2009 produzierte „Regeneration“ ward losgelöst von vorangegangenen Sequels und TV-Ablegern konzipiert und erwies sich trotz muffigem Osteuropa-Chic als grundsolide Krawall-Granate mit munteren (B-)Stars. Regie führte Peter Hyams („Timecop“) Sohn John, der mit „Day of Reckoning“ auch den unter Genrefans mit einiger Spannung erwarteten sechsten Film zum Thema verantwortet.

Der ist erfreulicherweise in den USA gedreht und bringt mit „Undisputed 3“-Star Scott Adkins – der mit Van Damme und Lundgren bereits in „Expendables 2“ auftrat – einen neuen Hauptdarsteller ins Spiel, der sich mit den originären Protagonisten in einem erbitterten Kleinkrieg messen darf. Dass Van Damme und Lundgren zu Randfiguren degradiert werden, schadet dem zünftigen Actioner kaum. Denn Adkins ist nicht nur ein würdiger Nachfolger der gestandenen alten Garde, sondern auch ein verhältnismäßig überzeugender Schauspieler. Da trifft sich gut, dass ihn der gelungene, aus der Ego-Perspektive seiner Figur John gefilmte Auftakt buchstäblich am Boden zeigt.

Denn drei maskierte Gestalten dringen in sein Haus ein und zwingen ihn mit anzusehen, wie Frau und Tochter exekutiert werden. Einer der Täter offenbart vor der Bluttat sein Gesicht. Es ist Luc Deveraux (mal mit Glatze: Van Damme). Nach neun Monaten im Koma ist John ein gebrochener Mann mit Erinnerungslücken. Aber das hält ihn mitnichten davon ab, den Tätern nachzustellen. Nur sind die eben eine Bande technisch modifizierter Supersoldaten ohne eigenen Willen. Oder etwa doch nicht? Der Weg zur nicht eben überraschenden Wahrheit – nicht umsonst ist von Replikanten die Rede – ist schmerzhaft. Für John seelisch, für die anderen vor allem körperlich.

Wer sich also nicht mit einer schlüssigen Geschichte oder anderem Geschmeide des Erzähl- und Schauspiel-Kinos plagen möchte, für den hat „Universal Soldier: Day of Reckoning“ einiges zu bieten. Dafür spricht auch die Einführung von Lundgrens Andrew Scott, der mit einer Gruppe gleichgesinnter Über-Krieger in einer an „Terminator“ erinnernden Ballersequenz in einem Freudenhaus attackiert wird. Zurück bleiben Scott und UniSol-Klempner Magnus (wirkte bereits im Vorgänger mit: Andrei Arlovski). Auch ihn „gewinnen“ der blonde Hüne und Missionar Deveraux für ihre Privatarmee befreiter Kampfmarionetten. Das Ziel ist die Rache an ihren Schöpfern – und eine neue Weltordnung.

Die wiederum eigenständige Fortsetzung ist optisch überzeugender als der Vorgänger und in Sachen Gewalt wenig zimperlich. Zwar weist Johns Suche nach Hintermännern und Wahrheit manche Länge auf, die wuchtige Action reißt inhaltliche Mängel aber locker wieder raus. Die existenzialistischen Anflüge und die bierernste Tonalität mögen dabei nicht durchweg die angestrebte Wirkung zeigen, über gängige B-Ware reicht Hyams bisweilen überraschend ungewöhnliches Spektakel aber deutlich hinaus. Daran rütteln letztlich auch der lachhafte Colonel Kurtz-Auftritt des gedoubelten Van Damme zum Finale und bedeutungsschwangere Anleihen bei „The Manchurian Candidate“ nicht.

Wertung: (6 / 10)

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