Dragon Eyes (USA 2012)

drafon-eyes„You have the dragon eyes, the spirit of the great masters. But you have strayed from your path.“ – Voll der Weisheit: Tiano

Auf seine alten Knochenbrechertage wird Jean-Claude Van Damme („Harte Ziele“) nicht müde, im Jahresturnus mindestens einen Film vorzulegen. Zwar ist er vom Glanz früherer Zeiten weit entfernt, die anspruchslose Klientel lässt sich damit trotzdem locken. In dem von Joel Silver („Matrix“) produzierten „Dragon Eyes“ begnügt sich der Belgier mit einem relevanten Nebenpart und dient so als Zugpferd für die schauspielerischen Gehversuche von UFC-Fighter Cung Le („The Man With the Iron Fists“). Und weil der mit der charismatischen Strahlkraft eines Granitquaders gesegnet ist, kommt die Schützenhilfe durch Alt-Star Van Damme gerade recht. Der spielt den weisen Meister Tiano, der den von Le verkörperten Hong in der Kunst des Kampfes unterweist.

Nun gut, so weise kann der Handkanten-Spezi kaum sein, schließlich sitzt er im Gefängnis ein. Dort nimmt er sich Hong an und formt ihn geduldig zur Kampfmaschine. Abgehandelt wird dieser Aspekt in Rückblenden, bei denen Van Damme Sprüche schlaumeiert, die jedem Glückskeks peinlich wären. Aber sei es drum, im B-Action-Metier zählt immer noch das handfeste Moment und nicht das gesprochene Wort. Nur sprüht der Streifen auch dahingehend nicht gerade vor Qualität. Dabei hätte die Beteiligung von Regisseur John Hyams, der mit Van Damme auch die „Universal Soldier“-Teile „Regeneration“ und „Day of Reckoning“ drehte, durchaus brauchbaren Körpereinsatz erwarten lassen dürfen. Die Machart aber ist insgesamt eher billig. Doch passt das immerhin zur hölzernen Ausdruckslosigkeit von Cung Le, dem sich der übrige Cast weitgehend anpasst.

Davon ausgenommen ist, neben dem routinierten Van Damme, Ur-„RoboCop“ Peter Weller. Der ist Victor Swan, korrupter Bulle und eine Art übergeordneter Gang-Patron der Kleinstadt St. Jude. In die verschlägt es Hong nach Verbüßung seiner Haftstrafe – auf Geheiß Tiangs. Er mietet sich bei Rosanna (Crystal Mantecon, „Road House 2“) und ihrem Vater ein, deren Domizil mitten in einem von Drogen und Gewalt beherrschten Problembezirk liegt. Lange dauert es nicht, bis Hong mit den rivalisierenden Dealern Dash (Luis Da Silva Jr., „Kickboxer: Vengeance“) und Antoine (Edrick Browne, „Catch .44“) ins Gehege gerät. Neben allerhand schlechter Entschuldigungen für mäßig choreographierte Martial-Arts- und andere Actioneinlagen fällt insbesondere der kaum Zusammenhang stiftende Plot auf. Der macht Hong, warum auch immer, zum Komplizen Swans, lässt ihn aber im Hintergrund am Sturz des Strippenziehers feilen.

So wird Knochenbruch um Knochenbruch für Gerechtigkeit gesorgt. Eine brutale Russengang darf auch noch mitmischen, damit Cung Le als Backstein-Nachbau von Bolo Yeung im Showdown eifrig die Extremitäten schwingen kann. In einem Rückblick im Rückblick darf Van Damme noch außerhalb der Gefängniszelle aktiv werden, über den Status „akut bestusst“ reicht der mal unfreiwillig komische (der cholerische Drogensüchtige!), meist jedoch einfach nur dämliche B-Klopper nie hinaus. Wer es darauf anlegt, bekommt ein paar zünftige Brutalitäten aufgetischt, von der grundlegenden Kompetenzarmut lenkt das allerdings zu keiner Zeit ab. Das sollte spätestens zum tragisch umwehten Ausklang dämmern, der Gewalt, obwohl zuvor hinlänglich propagiert, dann doch nicht als patente Lösung darstellt.

Wertung: (2,5 / 10)

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