Tucker & Dale vs Evil (USA/CAN 2010)

tucker-and-dale-vs-evilDen Hinterwäldlern wird im Kino Unrecht getan. In unzähligen Filmen sind sie die degenerierten Killer aus der Provinz, die jeden massakrieren/schänden/verspeisen, der ihnen in großstädtischer Ignoranz über den Weg läuft. Ihre Mordlust scheint nahezu unstillbar, schließlich schießen die mörderischen Epigonen seit dem Klassiker „Texas Chainsaw Massacre“ (1974) wie Pilze aus dem blutbesudelten Waldboden. Mit „Tucker & Dale vs Evil“ bricht Langfilmdebütant Eli Craig (endlich) eine Lanze für die ausgemachte Harmlosigkeit der bevorzugt in ruraler Abgeschiedenheit anzutreffenden Außenseiter.

Die im grotesken Splatter-Spaß zur Schau gestellten Blutbäder nämlich fußen allesamt auf furchtbaren Missverständnissen. Schließlich wollen die zwar dezent ungepflegten, im Grunde aber sympathischen und grundguten Hillbillies Tucker (Alan Tudyk, „Firefly“) und Dale (Tyler Labine, „Reaper“) lediglich ihre abseitige Ferienhütte in den Appalachen auf Vordermann bringen. Nicht zuletzt aufgrund des von ihnen mitgeführten Werkzeugarsenals wecken sie den Argwohn einer Gruppe College-Kids (u.a. Jesse Moss, „Final Destination 3“), die sich in der Nähe ausgelassen Sex und Rausch hingeben wollen.

Angestachelt von einer urbanen Legende über mörderische Rednecks sehen die Städter in Tucker und Dale natürlich bald Psycho-Killer. Erst recht, als die beiden die beim Nachtbad verunfallte Allison (Katrina Bowden, „30 Rock“) aus dem Wasser fischen und in ihrer heruntergekommenen Hütte versorgen. Doch statt den Sheriff zu informieren, versuchen ihre eine Entführung vermutenden Freunde die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Die Folgen sind so absurd wie fatal, wenn einer nach dem anderen durch Überreaktion und puren Zufall zu Tode kommen.

Mit Esprit und Timing entfesseln Craig und Co-Autor Morgan Jurgenson einen skurrilen Horror-Trip, der die Standarten des Sujets mit grobem Unfug und gehörigem Augenzwinkern durchdekliniert. Und weil Tucker und Dale nach den ersten Opfern auch ihr Leben in Gefahr wähnen, entspinnt sich ein blutiger Kleinkrieg, der sich in Ermangelung kommunikativen Verständnisses zum verlustreichen Massaker ausweitet. Zwar zündet dabei wahrlich nicht jede Übersteigerung und auf der Zielgeraden fehlt es ein bisschen an Puste, insgesamt aber wirft der Streifen ein überraschend frisches Licht auf den ausgelutschten Backwood-Slasher. Genre-Fans jedenfalls dürften sich prächtig amüsieren.

Wertung: (7 / 10)

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