Hatchet – Victor Crowley (USA 2017)

Im Slasher-Metier zählt die „Hatchet“-Reihe zu den brauchbareren Vertretern. Das liegt vorrangig daran, dass Schöpfer Adam Green („Frozen“) neben zünftigem Aderlass auf ironischen Nonsens setzt. Bis 2013 wurde der Stoff zur Trilogie ausgedehnt. Danach hätte Schluss sein dürfen. Doch zum 10. Jubiläum des Originals erweckte Green den von Kane Hodder („Charlie’s Farm“) verkörperten deformierten Axtmörder Victor Crowley neuerlich zum Leben. Spritzendes Kunstblut und papierflache Witze sind dabei unweigerlich vorprogrammiert.

Mehr als das braucht es augenscheinlich nicht, um der anvisierten Zielgruppe Kurzweil zu bescheren. Passenderweise will Green, der neben diesem auch die ersten beiden Teile drehte, keinen Deut zusätzlich bieten. Das funktioniert einleitend erstaunlich solide, wenn gnadenlos alberner Humor auf zügellos übertriebene handgemachte Splatter-Effekte trifft. Der Auftakt, bei dem im Sumpf der US-Südstaaten wieder Gliedmaßen fliegen, dient der Nacherzählung von Crowleys Legende. Der Sprung in die Gegenwart setzt bei Andrew Yong (in verschiedenen Rollen in allen Teilen dabei: Parry Shen) an, der das Massaker des Vorgängers überlebte, selbst unter Mordverdacht geriet und über einen literarischen Erlebnisbericht versucht, aus seinem Schicksal Kapital zu schlagen.

In einer der absurdesten Szenen soll er während einer Autogrammstunde den verschwindend kleinen Penis eines pfundigen Mannes signieren. Das Niveau von „Victor Crowley“ ist damit hinlänglich umrissen. Während Andrew ein Flugzeug besteigt, um sich von seiner Ex, der affektierten Talk-Masterin Sabrina (Krystal Joy Brown), an Crowleys Wirkungsstätte interviewen zu lassen, bereitet Nachwuchsfilmerin Chloe (Katie Booth) im Sumpf den Dreh eines Trailers für einen B-Slasher vor. Dabei lässt sie mit Freundin Rose (Laura Ortiz, „The Hills Have Eyes“) über Youtube Videos laufen, in denen der ruhelose Geist des Killers beschworen wird. Und siehe da, plötzlich ist die übernatürliche Spukgestalt zurück und lauert auf neue Opfer. Wie praktisch, dass das Flugzeug mit Andrew und TV-Team an Bord in unmittelbarer Nähe bruchlandet.

Die Story bleibt ein alibihafter Aufhänger für buchstäblich groben Unfug. Der amtliche Spaßgehalt der dialogreichen ersten Hälfte nimmt paradoxerweise merklich ab, als das Schlachten beginnt. Denn die Protagonisten, in deren Reihen der herrlich dämliche Möchtegernschauspieler Dillon (Dave Sheridan, „The Walking Deceased“) für das meiste Amüsement sorgt, harren die meiste Zeit im Flugzeugwrack aus, schauen der eingeklemmten Tiffany Shepis („Night of the Demons“) beim Ertrinken zu und werden in sporadischen Gewalteinlagen zünftig ausgemerzt. Das überschaubare Budget beschränkt den im Abspann mit einem Cameo der an den beiden direkten Vorgängern beteiligten Danielle Harris („Halloween 4 + 5“) angereicherten Fun-Splatter merklich in seinen Möglichkeiten. Hinter den übrigen Teilen steht „Victor Crowley“ damit zurück. Wer jedoch nicht nach Qualität, sondern allein nach blutigem Schwachsinn sucht, wird immerhin passabel bedient.

Wertung: (4 / 10)

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