Tsunambee – Angriff der Zombie-Bienen (USA 2015)

Die Verwandtschaft von Bienen und (echten) Wespen liegt auf der Hand. Beide gehören zu den Staatenbildenden Insekten und tragen durch Bestäubung von Blumen zur Vielfalt der Pflanzenwelt bei. Trotzdem gibt es, Biologen mögen die Unwissenschaftlichkeit verzeihen, entscheidende Unterschiede: Während Bienen Honig produzieren und vornehmlich mit sich selbst beschäftigt sind, vermiesen Wespen dem Menschen jede Mahlzeit im Freien. Ganz zu schweigen von der erhöhten Bereitschaft, ihren Stachel einzusetzen.

Anlass zur Verwechslung besteht also eigentlich nicht. Außer man schmeißt sämtliches Getier mit gelb-schwarzem Hinterleib achtlos in einen Topf – oder ist für die Benennung von Filmen zuständig. Denn in manchen Erdteilen (siehe beispielsweise die UK-DVD) wurde der irrsinnige (und irrsinnig langweilige) No-Budget-Streifen „Tsunambee“ in „Waspnado“ umbetitelt. Dass dieser Umstand interessanter scheint als das von Milko Davis („The Jurassic Dead“) verantwortete Gesamtwerk, sagt dabei eigentlich alles.

Der Titel – egal ob mit Biene oder Wespe – schürt unweigerlich die Erwartung eines trashigen „Sharknado“-Epigonen. Erst recht die Ankündigung von Insekten, deren Stich die Zombifizierung des Opfers nach sich zieht. Doch die Wahrheit sieht anders aus. Schmerzlich anders. Nach einem kryptischen endzeitlichen Prolog mit Bibelzitat und einem Abstecher nach Nigeria, wo ein Expeditionsteam auf pulsierende Nester an Bäumen stößt, beginnt die eigentliche Geschichte mit der brennenden Skyline von Los Angeles.

Diesem Inferno versucht Gangster JB (Ruselis Aumeen Perry) mit Freundin Chica (Maria DeCoste) und einem aufgrund rascher Tilgung kaum erwähnenswerten Kumpan zu entfliehen. In der Provinz, wo Erdbeben und der sich auftuende Boden das Ende aller Tage verheißen, steht das Trio plötzlich dem bewaffneten Redneck Jesse (Shale Le Page) und dessen Bruder gegenüber. Polizistin Lindsey (Stacey Pederson) kann die Situation entschärfen. Über alle Differenzen hinweg, sucht die Schicksalsgemeinschaft fortan nach einem Weg aus dem Chaos.

Bemüht abgründig und mit aufdringlichem religiösem Subtext reiht Davis pseudo-symbolträchtige Szenen aneinander. Die furchtbaren Effekte und die von Farbfiltern und Überbelichtung geprägte Optik bleiben angesichts des offenkundigen Schnürsenkelbudgets verschmerzbar. Anders verhält es sich mit der geschwätzigen Einfalt des Skripts, das sich spätestens in eingebildet bedeutungsschweren Endlosdialogen verrennt, wenn die von Hautflüglern bedrängten Überlebenden in einem Farmhaus Schutz suchen. Die stereotypen Charaktere lamentieren über Rassismus und Gottvertrauen bevorzugt im aufgebrachten Schreimodus.

Der Gipfel eingebildeter Bedeutungsschwere wird erklommen, wenn JBs und Lindseys traumatische Vergangenheit in der Tradition M. Night Shyamalans sinnfrei zusammengeführt wird. Bienen und (Quasi-)Zombies bleiben in diesem obendrein lachhaft aufgelösten – man beachte die Sequenz im schier endlosen Abspann – Totalausfall nur loses Beiwerk. Ein durch und durch misslungener Streifen.

Wertung: (2 / 10)

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