The Rage (USA 2007)

the-rageSpezial-Effekte tragen ihren Namen, weil zu ihrer Kreation Spezialisten gefragt sind. Logisch. Einer von ihnen ist Robert Kurtzman, der mit dieser Profession einige Berühmtheit erlangte. Wenn auch vorrangig in Kreisen von Horror- und Splatterfans. Unter seiner Mithilfe gelangen Genre-Perlen wie „Tanz der Teufel 2“, „From Dusk Till Dawn“ oder „Bubba Ho-Tep“. Mit „The Demolitionist“ gab er 1995 seinen Einstand als Regisseur, dem die bislang beachtlichste Arbeit, der veritable Verleihhit „Wishmaster“, zwei Jahre später folgte. Dabei aber sollte es nicht bleiben.

Bei „The Rage“, seinem vierten eigenen Film, ist Kurtzman quasi allgegenwärtig. Neben der Direktion tritt er als Produzent in Erscheinung, führte die Kamera, bastelte an den Masken mit und ersann die Story, aus der Effekt-Kollege John Bisson („Die Mächte des Wahnsinns“) das Drehbuch fertigte. Andrew Divoff, der den bösartigen Dschinn in zwei „Wishmaster“-Teilen spielte, gibt darin den Mad Scientist Viktor Vasilienko, ein russisches Artefakt des kalten Krieges, das in seinem Labor, natürlich der Güteklasse Geräteschuppen, mit übler Flüssigkeit experimentiert. Ein von ihm geschaffenes Serum nämlich verwandelt Normalsterbliche in geifernde Gestalten mit Lust auf Menschenfleisch.

Der kapitalistischen Ignoranz soll damit Einhalt geboten werden, schließlich bescherte die dem genialen Forscher, nachdem er ein Heilmittel gegen Krebs gefunden hatte, die Zwangsjacke. Pharmakonzerne wollen schließlich nicht auf ihre Gewinnmarge verzichten. Die Rache aber geht nach hinten los, als sich ein mutierter Proband dünne macht und in akutem Auflösungszustand begriffen von Geiern gerupft wird, die sich daraufhin wie wahnsinnig über verirrte Individuen in der bewaldeten Provinz hermachen.

Gerade recht kommt ihnen – neben Reggie Bannister, der, bevor er als liebevoller Onkel Ben Kinder schlachtet, nicht ohne „Phantasm“-Anspielung davonkommt – eine Gruppe junger Konzertbesucher, die nach dem bewährten Muster von Kiffen, Ficken und Ausbluten zum Freiwild degradiert werden. Kurtzmans Machart rangiert mitunter im gehobenen Amateurbereich, woran die von ihm wild gefuchtelte Handkamera ihren Anteil hat. Bleibt also nur die Gewalt, die mit reichlich Blut zelebriert wird und den minderwertigen Darstellern damit genau die Behandlung zuteil werden lässt, die ihnen gebührt.

In der deutschen Fassung ist der derbe Billigfilm um einige Details erleichtert worden. Damit geht praktisch die Essenz verloren, wobei die Qualität auch im unzensierten Original nicht gerade hoch anzusiedeln ist. Die Vielzahl an Ekelszenen rechtfertigt einfach nicht die plumpen Tricks – die Gummi-Geier im Nahkampf haben wenigstens ein paar Lacher auf ihrer Seite – und das behäbige Nichts an Handlung. Ein bisschen Tier-Horror, ein bisschen Zombie-Splatter machen den Videoschund für Gorehounds mit Trash-Affinität bekömmlich. Bleibende Eindrücke hinterlässt der Streifen jedoch nicht.

Wertung: (4 / 10)

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