The Used – Vulnerable (2012, Hopeless Records)

theusedvulnerableIm alternativen Mainstream gibt es Bands, deren Popularität und überwältigender Erfolg in Amerika am deutschen Publikum weitgehend vorbei gehen. Ein solches Beispiel ist (eher war) FALL OUT BOY, ein anderes THE USED. Natürlich sind beide Formationen auch hierzulande feste Größen. Aber weder stürmten ihre Alben die deutschen Charts noch füllten sie bei ihren Konzerten die ganz großen Hallen. Primär zählt aber der heimische Markt, respektive der in Übersee, wo THE USED über die Jahre Millionen Tonträger absetzten.

Die Nähe zum Independent wollten sie aber offenkundig nicht missen, weshalb sie es den ähnlich erfolgreichen YELLOWCARD gleichtaten und bei Hopeless Records anheuerten. „Vulnerable“, Nachfolger zum vierten Langspieler „Artwork“, ist einmal mehr Zeugnis eines Weges des geringsten Widerstands. Geboten wird donnernd produzierter Rock zwischen den Stühlen von Post-Hardcore, Screamo und Indie. Dabei bleibt grundlegend alles beim Alten: Produktionsbombast trifft auf anschmiegsame Melodien und Wohlfühl-Refrains, bei denen die Stimme Bert McCrackens gewohnt ansprechend zur Geltung kommt.

Beim Opener „I Come Alive“, zugleich die erste Auskopplung, „This Fire“, „Moving On“ oder dem vergleichsweise ruppigen „Now That You Dead“ (mit Beteiligung Wil Francis‘ von AIDEN) ist das so unterhaltsam wie massenkompatibel. Im Schlussdrittel, bei balladesken Nummern wie „Getting Over You“ oder „Hurt No One“, stößt „Vulnerable“ aber an die Grenzen der Belanglosigkeit. Das unterstreichen auch überflüssige Schnörkel in Richtung Elektro und Sprechgesang. Unterm Strich bleibt also ein Typisches THE USED-Werk, das sämtliche Stärken und Schwächen souverän bedient. Fans und Gegner dürfen sich also gleichermaßen bestätigt fühlen.

Wertung: (6 / 10)

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