The Pack (AUS 2015)

Das weitgehend miserable Qualitätsmaß des Tier-Horrors lässt sich schon allein daran ermessen, dass ein Film wie „The Pack“ in seiner für die große Leinwand konzipierten Anmutung regelrecht herausragend erscheint. Auf den von Michael Robertson („Black Water“) produzierten Gesamtfilm lässt sich das jedoch nur schwerlich übertragen. Denn Regisseur Nick Robertson, Sohn des Obengenannten, nähert sich nicht allein im Titel dem gleichnamigen Vorreiter von 1977 (deutscher Titel: „Die Meute“), egalisiert in der Konfrontation von Mensch und Wildhund aber die natürliche Überlegenheit des Tieres durch fahrlässige Realitätsferne.

Im bewaldeten australischen Hinterland betreibt Adam Wilson (Jack Campbell, „Underbelly – Krieg der Unterwelt“) eine Schaffarm. Fernab der Zivilisation lebt er mit Gattin Carla (Anna Lise Phillips, „Backtrack“) sowie den gemeinsamen Kindern, der störrischen Teenagerin Sophie (Katie Moore) und dem jüngeren Henry (Hamish Phillips). Doch die Familie plagen Sorgen. Der landwirtschaftliche Betrieb und Carlas daran angeschlossene veterinärmedizinische Praxis werfen nicht genug ab, um die Bank zufriedenzustellen. Während der drohende Verlust von Haus und Hof die Gemüter belastet, tritt ein Rudel aggressiver schwarzer Hunde aus dem Schutz der Bäume und zwingt die Wilsons, sich im Haus zu verschanzen.

Ex-Werbefilmer Nick Robertson macht aus der Ursache der Gefahr von Beginn an keinen Hehl. Nachdem die Tiere im wortlosen Auftakt erste Opfer gefordert haben, wird die schleichende Spannung durch Blicke auf die endlosen Weiten der Naturkulisse angeheizt. Nur wirken die rasch redundant. Nach der dritten Einstellung von Baumkronen soweit das Auge reicht sollte auch dem begriffsstutzigsten Zuschauer aufgegangen sein, dass die Protagonisten in der Isolation um ihr Leben kämpfen werden. Dieser simplen Prämisse folgt der mitunter gedehnte Plot ohne Schnörkel. Wirkung zeigt dabei vor allem die Inszenierung der Hunde, die als dunkle Schemen mit glühenden Augen geradewegs dämonisch erscheinen.

Mit der Belagerung, mehr noch dem Eindringen der Vierbeiner ins Haus, beginnt jedoch der rapide Abfall der Geschichte. Denn die Hunde scheinen ihre überlegenen Sinne der Gabe geopfert zu haben, unbeschadet durch Fenster brechen zu können. Zudem gelangt immer nur ein Exemplar ins familiäre Domizil, damit die Wilsons ihre Chance auf Fortbestand leichter wahren können. Dass es die Familie trotzdem bevorzugt ins Freie zieht, darf ebenfalls als grundlos idiotische Tendenz des Drehbuchs verstanden werden. So bleibt es bei vielversprechenden Ansätzen und dem weitgehenden Verzicht auf Computereffekte. Nur ist das selbst in einem an Höhepunkten armen Genre wie diesem viel zu wenig.

Wertung: (4,5 / 10)

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