The Gaslight Anthem – The ’59 Sound (2008, SideOneDummy)

the-gaslight-anthem-the-59-soundWenn man in den vergangenen Monaten in Superlativen schwelgte, dann fiel ganz bestimmt der Name THE GASLIGHT ANTHEM. Die Gruppe um Frontmann Brian Fallon legte vor zwei Jahren mit „Sink or Swim“ ein Debütalbum hin, welches die Herzen der Szene im Sturm eroberte. Kraftvoller, hymnenhafter Punkrock mit rauem Charme und folkiger Note. So lässt sich der Erstling von THE GASLIGHT ANTHEM bestens zusammenfassen. AGAINST ME! hatten einen ähnlichen Stellenwert, musikalisch gibt es sicherlich Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Bands. Es folgte eine EP und begeisternde Auftritte, wobei hier doch mehr die eingeschworene Fangemeinde Einzug hielt.

Dies wird sich wohl künftig ändern. Denn auch wenn man bislang darum umher kam, sich mit THE GASLIGHT ANTHEM auseinanderzusetzen, der Energie und Leidenschaft dieser Band kann man sich einfach nicht stetig entziehen. Die Bürde des Vorgängers wiegt schwer, denn wer mit solch einem Album wie „Sink or Swim“ die Musikwelt betritt, muss sich stets daran messen lassen. Dass man bei THE GASLIGHT ANTHEM diesbezüglich keine Angst haben musste, ließ bereits die EP „Senor And The Queen“ verlauten. Nichts anderes gilt für das zweite Album „The ’59 Sound“. Leidenschaft wird weiterhin in mehr als großen Lettern geschrieben, wenn Brian Fallon mit „Great Expectations“ und dem Titeltrack gleich zum großen Rundumschlag ausholt. Da sind sie wieder, diese Hymnen für die Ewigkeit. Diese ziehen sich aber diesmal nicht wie ein roter Faden durch das Album. Man muss im folgenden hin und wieder genauer hinhören, die Musik etwas mehr wirken lassen, damit sie ihre ganze Wirkung entfalten kann.

Allzu offensichtliche Hits á la „Wooderson“ gibt es diesmal weniger, man könnte gar fast behaupten, das Album klänge etwas glatter als der Erstling. Weiterhin frönt man einem eher im Folk verwurzelten Stil, was in intensiven Stücken wie „Film Noir” oder „Meet Me By the River’s Edge” mündet. Diese drücken das Tempo etwas, wobei die Band natürlich auch wie gewohnt schnellere und hymnischere Stücke präsentiert (z.B. „The Patient Ferris Wheel”). Brian Fallon und seinen Jungs gelingt es abermals, nicht nach Schema F zu klingen, sondern ehrliche, leidenschaftliche und authentische Rockmusik für Liebhaber und Genießer zu machen. „The ’59 Sound“ führt diesen Weg weiter, auf den sich künftig hoffentlich immer mehr Anhänger begeben werden. Großartig!

Wertung: (8,5 / 10)

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